Coronahilfe
Basler Kulturunternehmen sollen sich fit für die Zukunft machen

Während sich das Basler Kulturleben weiterhin in Schockstarre befindet, laufen die Unterstützungsmassnahmen bis Ende 2021 weiter: Basel-Stadt stehen dafür – zuzüglich Bundesmittel – 40 Millionen Franken zur Verfügung.

Hannes Nüsseler
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Neujahrskonzert im Theater Basel (Archiv)

Neujahrskonzert im Theater Basel (Archiv)

Martin Töngi

Im Schadenszeitraum von März bis Oktober 2020 trafen beim Präsidialdepartement 586 Gesuche um Ausfallentschädigungen ein; 430 wurden bewilligt, 16,2 Millionen Franken ausbezahlt. 14,4 Millionen Franken flossen an Kulturunternehmen, 1,8 Millionen an individuelle Kulturschaffende.

Dass nicht alle Gesuche bewilligt wurden, hat formale Gründe. «Individuellen Kulturschaffenden war vor allem zu Beginn unklar, dass sie als Selbstständigerwerbende angemeldet sein müssen», erklären Sonja Kuhn und Katrin Grögel, Co-Leiterinnen Abteilung Kultur.

16,2 Millionen Franken

wurden von März bis Oktober 2020 an Basler Kulturschaffende gezahlt.

Abschlägige Entscheide gab es auch im Fall von Überdeckungen: Dann nämlich, wenn ein Kulturunternehmen so hohe Kurzarbeitsentschädigungen erhält, dass der entstandene Schaden bereits gedeckt ist. «Das liegt daran, dass viele Unternehmen gleichzeitig an verschiedenen Stellen Unterstützung angefordert haben, ohne zu wissen, welche und wie viele Gelder gesprochen würden.»

Nachdem im Winter kommuniziert worden war, dass Kunstschaffende ihre Ausfälle in die Anträge von Kulturunternehmen integrieren müssen, dürfen sie jetzt wieder individuell Unterstützung beantragen. «Es wurde darauf aufmerksam gemacht, dass beispielsweise Musikerinnen nicht nur in Kulturunternehmen spielen, sondern auch an Hochzeiten oder Firmenanlässen», so die Co-Leiterinnen. «Private Aufträge waren also nicht abgedeckt.»

Neu sind die Eingabefristen. «Für 2021 sind vier Zeiträume definiert, in denen Gesuche eingereicht werden können, dadurch sollten sich die Prozesse beschleunigen.» Da jeweils rückwirkend Antrag gestellt wird, entstehen aber auch neue Probleme: «Je nachdem, wie eng die Situation für einzelne Personen oder Institutionen ist, sind diese langen Zeiträume schwierig zu überbrücken», so Grögel und Kuhn. Glücklicherweise würden derzeit auch andere Massnahmen wie Liquiditäts- oder Mietzinshilfen wieder aufgegriffen. «Das schafft eine gewisse Erleichterung.»

Beiträge an Infrastruktur und Geschäftsmodelle

Ebenfalls neu sind Unterstützungsbeiträge an sogenannte Transformationsprojekte. Diese sollen Kulturbetrieben helfen, ihr Unternehmen zukunftsfähig zu entwickeln. «Wir können nicht davon ausgehen, dass die Pandemie spurlos an uns vorübergeht», so die Co-Leiterinnen.

Unterstützt werden infrastrukturelle und räumliche Anliegen, aber auch Anpassungen des Geschäftsmodells: «Wichtig ist uns die Entwicklung neuer Modelle, damit Kultur auch künftig ein Publikum findet und ihren Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Situation leisten kann.» Das bedeute keine zusätzlichen Subventionsgelder, man begleite lediglich den «Wandel in einem begrenzten Zeitraum».