Demonstration
Basler Linke erwägen Rückkauf der Hauptpost

Rund 250 Personen haben am Samstagmorgen in Basel an einer Kundgebung gegen die Schliessungen der Hauptpost teilgenommen. Zur "Platzdemo" an der Freien Strasse aufgerufen hatte die Basler SP unterstützt von diversen anderen Parteien und Organisationen.

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An der Demo dabei: Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP), SP-Präsidentin Dominique König-Lüdin, Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) und die gewählte Grüne Regierungsrätin Elisabeth Ackermann (von links nach rechts). Die Bürgerlichen blieben der Demonstration fern.
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Demo gegen Hauptpost-Schliessung
Christoph Brutschin auf dem improvisierten Redner-Podest.
Applaus von Kollege Hans-Peter Wessels.
Die SP Basel-Stadt hatte zur Demonstration gegen die Shcliessung der Hauptpost aufgerufen.
Christoph Brutschin betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der Hauptpost für Basel. «Wir wollen die Möglichkeit eines allfälligen Rückkaufs auf den Tisch bringen», verlautete er.
Für diese Aussage erhielt der Wirtschaftsdirektor tosenden Applaus von den rund 250 Anwesenden.

An der Demo dabei: Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP), SP-Präsidentin Dominique König-Lüdin, Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) und die gewählte Grüne Regierungsrätin Elisabeth Ackermann (von links nach rechts). Die Bürgerlichen blieben der Demonstration fern.

Roland Schmid

Vor einer Woche noch sagte der Basler Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) der «Schweiz am Sonntag», ein Rückkauf des Hauptpost-Gebäudes durch den Kanton sei «kein Thema». Nun scheint der Wind gedreht zu haben.

An der Demonstration gegen die Schliessung der Hauptpost am Samstag an der Freien Strasse hielt Brutschin fest, die Regierung werde in den nächsten Tagen das Gespräch mit der jetzigen Eigentümerin, der Axa Winterthur, suchen. «Wir wollen die Möglichkeit eines Rückkaufs auf den Tisch bringen.»

Bedenken, wonach damit der Steuerzahler die Post subventionieren würde, weil ihr der Kanton einen günstigen Mietzins gewähren würde, wurden am Rande der Demonstration zerstreut. Etwa von Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP): «Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, im Gebäude nebst dem Postgeschäft auch kantonale Dienstleistungen anzubieten.» Das könnte beispielsweise die Einwohnerkontrolle sein oder auch die Informationsstelle von Basel Tourismus.

Dem Aufruf der SP Basel-Stadt zur Demonstration gegen die Schliessung der Hauptpost-Filiale in der Basler Innenstadt folgten rund 250 Menschen. Die SP wurden unterstützt von den Basler Jungsozialisten, den Grünen, der Basta, der Rentnerorganisation Avivo, dem Behindertenforum, dem VPOD und von Syndicom. Sie alle wollen, dass das denkmalgeschützte Gebäude zwischen Gerbergasse und Freien Strasse nicht anderweitig vermietet wird.

Anfang November hatte die Post mitgeteilt, dass sie die Hauptpost-Filiale 2018 schliessen wolle. Jener inzwischen denkmalgeschützte Sandsteinbau unweit des Marktplatzes war 1853 für die Post umgebaut worden. Zuvor befand sich darin ein Kaufhaus. Bis 1904 befand sich die Liegenschaft im Besitz des Kantons, danach wurde sie der Eidgenössenschaft verkauft.

Bei der Unternehmensteilung der PTT 1998 ging der Bau an die Swisscom über, die ihn in der Folge an eine Versicherung verkaufte. Seither ist die Post Mieterin - zu Innerstadt-Kosten und nach eigenen Angaben mit schwindenden Frequenzen.

Ende Oktober hatte die Schweizerische Post angekündigt, in den nächsten vier Jahren bis zu 600 weitere Poststellen schliessen zu wollen. 1200 Mitarbeitende könnten davon betroffen sein. (bz/sda)