Medien
Basler Medienvielfalt: Zu viele offene Fragen für ein endgültiges Fazit

Die Basler Medienvielfalt gibt zu reden. Die Uni Basel organisierte deshalb ein reich befrachtetes Podium, das viele Fragen stellte, aber einige Antworten schuldig blieb.

Moritz Kaufmann
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Podiumsdiskussion zur Basler Medienvielfalt
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Christian Mensch, Leiter des Basler-Teils der «Schweiz am Sonntag».
BaZ-CEO Rolf Bollmann.
AZ-Verleger Peter Wanner.
Besonders im Fokus standen Peter Wanner (li.) und Rolf Bolmann (re.).

Podiumsdiskussion zur Basler Medienvielfalt

Kenneth Nars

Der Kampf in der Medienbranche ist hart. Die einzelnen Titel kämpfen um jeden Leser, Zuhörer, Zuschauer. Wer heute Abend am Medienwissenschaftlichen Institut der Uni Basel die Podiumsdiskussion «Die Basler Medienlandschaft: Quo vadis?» verfolgte, der hatte allerdings seine Mühe, das zu glauben. Die Runde lockte so viele Zuschauer an, dass das Gespräch gefilmt und in einen zweiten Raum übertragen werden musste.

Die Ausgangslage war aber auch vielversprechend. Geladen waren nicht weniger als acht Gäste: Christian Mensch, Basel-Chef der Zeitung «Schweiz am Sonntag»; Urs Buess, Co-Chefredaktor des Basler Multimedia-Titels «Tageswoche»; Dieter Kohler, Chefredaktor des «Regionaljournal Basel»; Mirjam Jauslin, Vize-Chefredaktorin von «Telebasel»; Moritz Conzelmann, Chefredaktor von «Radio Basilisk» sowie der Publizist und Autor Walter Rüegg. Für zusätzliche Spannung dürfte die Anwesenheit von BaZ-CEO Rolf Bollmann sowie AZ-Medien-Verleger Peter Wanner - der unter anderem die bz herausgibt - gesorgt haben. Die beiden haben vor kurzem einen Streit um Abonnentenzahlen öffentlich ausgetragen. Zum bunten Bouquet an Medienpersönlichkeiten gesellte sich der Basler Medienprofessor Klaus Neumann-Braun, der durch den Abend moderierte - eine Aufgabe, die angesichts der vielen Gäste alles andere als einfach war.

Zeitungen dominierten Diskussion

Zwar waren die Diskussionsteilnehmer darum bemüht, auf Neumann-Brauns Stichworte einzugehen - dieser fragte wiederholt nach journalistischer Qualität und deren Finanzierung - doch letztlich sassen zu viele Leute hinter dem Mikrofon, als dass ein fruchtbares Gespräch zustande kommen konnte. «Schweiz am Sonntag»-Journalist Christian Mensch meinte treffend: «Ich halte mich kurz, damit andere auch noch etwas sagen können.»

Immer wieder driftete die Diskussion ab und streifte dabei allzu oft die Situation der «Basler Zeitung», die alt Bundesrat Christoph Blocher gehört. Und obwohl sich alle Teilnehmer einig waren, dass es Tageszeitungen in Zukunft von allen Medien am schwersten haben dürften, so dominierten die Zeitungsmacher heute Abend die Runde. Die Vertreter der Rundfunkmedien gingen nur deshalb nicht unter, weil sich «Regionaljournal»-Chef Dieter Kohler immer wieder mit wohltuender Nüchternheit zu Wort meldete.
«Die Nachricht ist heilig»

Was journalistische Qualität ist, vermochte die Runde noch knapp zu beantworten - zum beispiel Peter Wanner: «Die Nachricht ist heilig. Es muss ein objektives Bild gezeichnet werden.» Doch bei der Frage, wie diese finanziert werden soll, war den Teilnehmenden anzusehen, dass auch sie nur mutmassen konnten. BaZ-CEO Bollmann hielt fest: «Der Markt honoriert Qualität nicht.»

Einmal mehr zeigte sich: Die Zukunft des Journalismus ist von so vielen Unsicherheiten geprägt, dass auch Medienleute mit langjähriger Erfahrung keine abschliessenden Antworten geben können. Immerhin: Sicher, dass es sie in fünf Jahren noch geben wird, waren sich alle.