上 来 , идти oder einfach: gehen. Seit Dienstag prangen am Bahnhof SBB rote und grüne Signalbänder an den Handläufen der Rolltreppen zwischen Schalterhalle und Passerelle. Das Konzept, das sie auch auf chinesisch und russisch vermitteln, ist denkbar einfach: Auf den Rolltreppen gilt «links gehen, rechts stehen». Obwohl einfach zu begreifen, staut sich der Pendlerstrom regelmässig auf den fahrenden Treppen im Bahnhof Basel. Die Folgen: Rempeleien, verpasste Züge, schlechte Laune.

Einen Monat lang Nachhilfe

Dagegen gehen die SBB nun vor. Einen Monat lang weisen die farbigen Signalbänder die Pendler darauf hin, links zu gehen und rechts zu stehen. Das Prinzip funktioniert aber nicht nur in Basel nicht. «Die Sensibilisierung ist regelmässig nötig, ausser in Zürich», schreibt SBB-Mediensprecher Reto Schärli auf Anfrage.

Es ist nicht das erste Mal, dass die SBB den Baslerinnen und Baslern Nachhilfe im Rolltreppenfahren erteilen. Schon 2012 und 2014 prangten die roten und grünen Bänder an den Rolltreppen im Bahnhof Basel. Das erste Mal war eine Premiere für die ganze Schweiz. Die Aktion brachte laut Schärli jeweils nur vorübergehend Erfolg. Weshalb die SBB die Signalbänder nicht permanent einsetzen, erklärten sie der «Tageswoche» vor vier Jahren wie folgt: Die Pendler würden sich an die Markierungen gewöhnen und der Effekt verpuffe.

Es ist davon auszugehen, dass auch die diesjährige Nachhilfestunde im Rolltreppenfahren nicht die letzte ist für die Baslerinnen und Basler. Inwiefern die Signalbänder ihre Wirkung erzielen, sähen die Bundesbahnen dank der Beobachtung der Kundenströme, wie sie in jedem Bahnhof praktiziert werde, lässt Schärli wissen. Warum die Zürcher die besseren Rolltreppenfahrer sind, ist seinen Ausführungen nicht zu entnehmen.

Pendlerstrom ist gewachsen

Die Schalterhalle und die Passerelle sind, besonders am Morgen und am Feierabend, rappelvoll. In den vergangenen Jahren ist der Pendlerauflauf stetig gewachsen: Laut «Tageswoche» benutzten bei der Eröffnung 2003 pro Tag 70 000 Passagiere die Passerelle. 2012 waren es bereits rund 120 000. Heute sind es gemäss Schärli knapp 130 000 Menschen, die an Werktagen in Basel ein- und aussteigen.