Krise
Basler Musik Hug-Filiale droht die Schliessung

Das Traditionsunternehmen Musik Hug leidet unter der Wirtschaftslage. 85 Stellen stehen schweizweit auf dem Spiel. Der Basler Filiale droht das Ende.

Nicolas Drechsler
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Der Grosse: Musik Hug hat die CD-Abteilung vom Jecklin übernommen

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Sophie Rüesch

«Holst Du das Piccolo beim Oesch oder beim Hug?» Diese fasnächtliche Standardfrage könnte sich bald erübrigen. Denn dem Musik Hug-Geschäft an der Basler Freien Strasse droht die Schliessung.

«Wir befinden uns im Konsultationsverfahren», sagt Andy Sutter, Marketingleiter der Musik Hug Gruppe in Zürich. Will heissen: die Mitarbeitenden haben nun zwei Wochen Zeit um Vorschläge vorzubringen, wie ein Abbau abgewendet werden könnte. So sieht es der Gesetzgeber vor.

Ergibt sich daraus keine Lösung, hat die Unternehmensleitung klare Vorstellungen: 85 Stellen werden abgebaut, die Läden in Basel und St. Gallen geschlossen. Das würde alleine in Basel 21 Stellen betreffen, so Sutter. Sollte es so weit kommen, werde das Unternehmen einen Sozialplan erarbeiten.

Grenznähe schadet

In Zürich, der Heimat der Gruppe, würden die Verkaufsgeschäfte an einem Standort zusammengeführt.

Dass ausgerechnet die beiden Filialen in Basel und St. Gallen ganz aufgehoben würden, sei kein Zufall, sagt Sutter. In Grenznähe sei das ohnehin sehr schwierige Marktumfeld noch schwieriger. «Insbesondere wenn die Stadt dann noch die Tramlinien über die Grenze verlängert», wie Sutter anfügt.

Ganz generell sei der Markt im Kultursektor sowieso stetig am Schrumpfen. Dazu komme, dass in den letzten Jahren ganze Geschäftsfelder weggebrochen seien, so etwa der Verkauf von Compact Discs. Damit sei früher viel Geld zu verdienen gewesen, nun sei dieser Markt praktisch nicht mehr existent. Die Konkurrenz digitaler Anbieter und alternativer Technologien lasse hier keinen Spielraum mehr.