In Basel-Stadt werden national am meisten Medikamente verkauft. Auf diese Entwicklung weist die Kommission für Gesundheit und Soziales des Basler Grossen Rates in ihrer Beurteilung des vierten kantonalen Berichts zur Prämienentwicklung in Basel-Stadt hin. Sie zitiert dabei aus dem Arzneimittelreport 2018 des Krankenversicherers Helsana.

So wies der Kanton Basel-Stadt 2017 überdurchschnittliche viele Medikamentenbezüge pro Person auf und wich gegenüber dem Durchschnittswert von 13,4 Bezügen pro Person eine Abweichung von plus 25 Prozent auf, obwohl der Kanton die Selbstdispensation, also den Medikamentenverkauf durch den Arzt, nicht kennt. Mit 21,9 Prozent am höchsten war der Anteil an Bezügen über Spitalambulatorien. Mögliche Gründe sind laut Report eine hohe Dichte an Spitälern mit Spitalambulatorien und ein grosses Patienteneinzugsgebiet im Raum Basel.

Die Medikamentenkosten betrugen in der Schweiz pro Person ohnehin 885 Franken pro Jahr. Mit der entsprechenden Abweichung sei Basel demnach schweizweit Spitzenreiter bei Bezügen und Kosten gleichermassen, stellt die GSK damit fest. Davon betroffen sind nicht nur sogenannte OTC-Medikamente, die über die Theke verkauft werden, sondern auch Spezialmedikationen. Wie die Kommission weiter festhält, verursachten die zehn teuersten Spezialtherapien 2017 55 Prozent der Kosten bei lediglich 28 Prozent der Gesamtbezüge. (ans)