Die Analyse zeige, dass «sämtliche Einsparungsmöglichkeiten ausgeschöpft und keine Ertragssteigerung mehr möglich sind». Ob die Betriebsanalyse vollständig wiedergegeben ist, lässt sich nicht nachprüfen. Denn das Papier ist unter Verschluss. Regula Messerli, die Präsidentin des Stiftungsrats, sagt, es müsse intern zuerst ausführlich besprochen werden. Der Stiftungsrat sei auch nicht mit allen Schlussfolgerungen einverstanden.

Dass der Stiftungsrat trotz diesem Vorbehalt an die Öffentlichkeit tritt, hat seinen Grund: Die Papiermühle droht zerrieben zu werden zwischen den verschiedenen Geldgebern. Bisher tragen die Christoph Merian Stiftung (CMS) und die Kantone Basel-Stadt und Baselland je gut 300'000 Franken bei. Die CMS stellt zudem die Liegenschaft zur Verfügung, was eine weitere geldwerte Leistung in Höhe von 200'000 Franken darstellt.

Gemäss neuer Kulturvereinbarung zwischen den beiden Basel überweist der Landkanton künftig seinen Anteil von 50'000 Franken aber nicht mehr. In welcher Form Basel-Stadt diese Verpflichtung übernimmt, ist offen. Um Zeit für Gespräche zu gewinnen, hat Basel-Stadt diese Woche die bisherige Subventionierung um ein Jahr verlängert.

Subventionen müssten mehr als verdoppelt werden

Im Herbst muss der Stiftungsrat beim Kanton einen Subventionsantrag für die Zeit ab 2021 stellen. Sollte er auf die bisherige Subvention von Basel-Stadt in Höhe von 260'000 Franken den Anteil Baselland (50'000) sowie die neuen Begehrlichkeiten (390'000) packen, müsste Basel-Stadt künftig jährlich 600'000 Franken für die Papiermühle aufbringen. Ein Beitragssprung, der mehr als einer Verdoppelung gleichkommt, wird politisch jedoch kaum durchsetzbar sein.

Als private Institution hat die Papiermühle nur beschränkte Anspruchsrechte. In der Museumsstrategie des Kantons ist sie jedoch als Haus aufgeführt, das «historisch für den Kanton wichtige Themen» behandelt und deshalb gefördert werden soll. Katrin Grögel, Co-Leiterin Kultur, sagt: «Bei der Basler Papiermühle steht aber die Christoph-Merian-Stiftung in einer besonderen Verantwortung.»

Im Interview mit dieser Zeitung hat sich CMS-Direktor Beat von Wartburg zu einem langfristigen Engagement bekannt. Er sagte aber auch: «Mehr können wir jetzt auch nicht einfach einschiessen.» Als Zwischenschritt hat die CMS die Betriebsanalyse finanziert, die dem Stiftungsrat der Papiermühle nun vorliegt. Diese hat zwar den jährlichen Finanzbedarf und den Einmalbedarf in Höhe von einer Million Franken beziffert. Der Antwort, wer das Geld aufbringen soll, ist sie damit aber nicht nähergekommen.