Parkraum
Basler Parkplätze zu über 95 Prozent voll - teurere Parkkarten werden geprüft

Seit Ende 2016 ist die Parkraumbewirtschaftung in Kraft. Nun liegen die ersten Ergebnisse der Wirkungskontrolle dazu vor. Weil der Parkierdruck aber weiter hoch sei, prüft die Regierung Preiserhöhungen bei den Parkkarten.

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Die Auslastung der Parkplätze konnte leicht reduziert werden, das Ziel des Regierungsrats ist jedoch noch nicht erreicht.

Die Auslastung der Parkplätze konnte leicht reduziert werden, das Ziel des Regierungsrats ist jedoch noch nicht erreicht.

Keystone

Gemäss der ersten Wirkungskontrolle der Parkraumbewirtschaftung sank die Auslastung der Parkplätze leicht, und Anwohner fänden einfacher einen Parkplatz als früher. Der Druck sei jedoch unterschiedlich und in dicht besiedelten Quartieren «nach wie vor sehr hoch». Die Regierung will darum den Suchverkehr mit neuen Massnahmen reduzieren.

Als Ziel nennt sie, die Auslastung der Parkplätze auf 90 bis 95 Prozent zu senken, damit genügend freie Plätze bereit stehen. Autfahrer sollen «jederzeit und überall innerhalb einer vernünftigen Zeitspanne einen Parkplatz finden können». Das solle den für Anwohner lästigen Parksuchverkehr reduzieren. Letzterer werde zwar «subjektiv eher überschätzt», sei aber relevant.

Bis Ende Jahr will die Regierung konkrete Vorschläge in Vorlagen vor den Grossen Rat bringen. Zum einen überprüfe sie dazu die Preise der verschiedenen Parkkarten, was auf höhere Preise hinauslaufen dürfte. Zum Anderen prüft sie Fördermöglichkeiten für den Bau von Quartierparkings.

Parkuhren-Disziplin lässt nach

Der Anteil der mit Anwohnerparkkarte abgestellten Autos wird auf 81 Prozent beziffert. «Eher selten» würden hingegen Pendler-, Besucher- und andere Sonderparkkarten genutzt. Nur im Wettsteinquartier - also bei der Roche - würden mehr solche verkauft; zusätzliche Parkuhren hätten inzwischen Anwohnern zu mehr freien Plätzen verholfen.

Parkuhren sind allerdings nicht nur eine Erfolgsgeschichte: Verglichen mit 2012, also der Zeit vor der Parkraumbewirtschaftung, seien 2016 «deutlich mehr» Bussen ausgestellt worden an Automobilisten, welche die fällige Gebühr für das Abstellen nicht bezahlt hatten.

Wenig überraschend ist der Parkdruck auch tageszeitabhängig, wie dem Bericht zu entnehmen ist: Bei einer Erhebung im Herbst waren mittags alle Teilgebiete noch im grünen Bereich, während am Abend in Teilen des Kleinbasels, Gundeli und nördlichen St. Johann mehr Autos illegal parkiert waren als gleichzeitig legale Parkplätze frei waren.

Rege Nachfrage registriert der Bericht auch bei der Gewerbeparkkarte (GPK); deren Zahl seit 2014 um über einen Drittel zugenommen habe. Davon wiederum entfielen über zwei Drittel auf die per 2015 eingeführte relativ günstige regionale Gewerbeparkkarte - gleichzeitig war auch der Preis der normalen GPK halbiert worden.