Neue Ausrichtung

Basler Personenschifffahrt versenkt ihre Party-Schiffahrten – Veranstalter sind verärgert

(Archiv)

Mit dem Verschwinden des «Lällekönig» vom Rhein hat die Basler Personenschifffahrt eine neue Ära eingeleitet.

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Die Basler Personenschifffahrt BPG will ihre Schiffe künftig nicht mehr für Partys anbieten.

Nach 38 Jahren endete letzten Herbst eine Ära. Der «Lällekönig», das bekannteste Schiff der Basler Personenschifffahrt BPG, wurde nach Düsseldorf verkauft. Nun ist klar: Mit dem Verkauf ist in Basel auch die Zeit der Party-Schifffahrten vorbei. Das bestätigt die BPG auf Anfrage der bz: «Zum aktuellen Zeitpunkt müssen wir klar und deutlich sagen, dass wir keine Partys mehr wollen», so Geschäftsführer Peter Stalder.

Mit der «MS Rhystärn», dem neuen Schiff der BPG, möchten die Veranstalter laut Stalder eine neue Ausrichtung verfolgen und vermehrt auf Abendrundfahrten setzen. «Wir glauben, dass die Leute das jetzt mehr wollen als Partys.»

Vom Entscheid der BPG betroffen sind diverse Veranstalter. Einer von ihnen ist der Basler Club Nordstern, der mit dem «Nordboat» regelmässig auf dem Rhein unterwegs war. Dieses Angebot wird nun gestrichen, wie die Veranstalter enttäuscht zur Kenntnis nehmen.

«Ich mache das nun seit Jahren und reisse mir den Arsch auf. Ich betrachte das ‹Nordboat› als Kultur, als Bereicherung», sagt Nordstern-Chef Agron Isaku gegenüber der bz. «Uns jetzt nach acht Jahren und zwanzig Ausgaben abzusagen, ist absurd.»

Keine «Bravo Hits»-Jacht mehr

Auch auf Facebook sorgt der Entscheid der BPG für Reaktionen. Unter einem frustrierten Facebook-Eintrag der Nordstern-Verantwortlichen bekundeten zahlreiche Partygäste ihre Enttäuschung über das Ende des Anlasses. Das ist auch BPG-Chef Stalder nicht entgangen. Er sei «ehrlich überrascht» ob der vielen enttäuschten Leute.

Ebenfalls vom Entscheid der BPG betroffen ist die Sandoase, die wie der Nordstern auch im Dreiländereck beheimatet ist. Mit ihren «Bravo Hits»-Partys war sie seit vier Jahren auf dem Rhein präsent. Nun ist auch damit Schluss.

Sandoase-Chef Fabian Oser bleibt pragmatisch: «Wir haben uns diesen Schritt schon selbst überlegt, da die Events für uns finanziell nicht rentabel waren.» Die Verantwortlichen hätten gegenüber der BPG signalisiert, dass unter den entsprechenden Umständen kein grosses Interesse mehr vorhanden sei.

Es sei wohl auch für die BPG finanziell schwierig gewesen. «Ich verstehe den Entscheid. Der Aufwand der BPG war für den entsprechenden Ertrag bei Partys wohl zu gross.»

Die Zusammenarbeit sei ein Geben und Nehmen gewesen, bestätigt die BPG. «Der finanzielle Aspekt war aber eher zweitrangig.» Stalder schliesst denn auch nicht aus, dass auf den Schiffen künftig wieder Partys stattfinden können. Nordstern-Chef Isaku hat allerdings genug von der Kooperation. Er wählt klare Worte: «Wir möchten jetzt nicht betteln gehen. Die BPG hat genug Geld mit uns verdient.» (mel)

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