Regionalität

Basler Plattform bringt Bauer und Beizer zusammen

Regionale Ware soll künftig bequem geliefert werden.

Regionale Ware soll künftig bequem geliefert werden.

Vor vier Jahren eröffnete Esther Lohri am Erasmusplatz im Kleinbasel das Lokal; einen Lebensmittelladen mit saisonalen Produkten aus der Umgebung. Heute arbeitet sie mit 60 lokalen Produzenten zusammen.

«Das ist zwar toll, aber extrem aufwendig», sagt Lohri. Denn es bedeute, wöchentlich verschiedene Bestellungen zu tätigen, zu denen wiederum verschiedene Rechnungen gehören und die an unterschiedlichen Tagen geliefert werden. Wenn sie überhaupt geliefert werden.

«In den ersten Jahren habe ich die Ware teilweise selbst mit dem Mobility-Auto abgeholt», sagt Lohri. «Für viele Produzenten lohnt es sich nicht, nur für eine Bestellung in die Stadt zu fahren.» Das soll sich nun ändern. Zusammen mit anderen Mitstreitern hat sie die Handelsplattform «Feld zu Tisch» ins Leben gerufen.

Diese soll dafür sorgen, dass Detailhandel und Gastronomie künftig unkompliziert regionale Lebensmittel von kleinbäuerlichen Höfen in der Region Basel beziehen können. Gleichzeitig soll sie Kleinproduzenten sichtbarer machen.

Betrieben wird die Plattform von der Genossenschaft «Lebensmittel Netzwerk Basel». Interessenten können für 500 Franken als Genossenschafter beitreten und erhalten Zugang zu einem Webshop, in dem alle Angebote gebündelt sind und Sammelbestellungen getätigt werden können.

«Die Initiative Feld zu Tisch kommt für uns zu einem idealen Zeitpunkt»

Die Ware soll in der einjährigen Pilotphase mit Unterstützung der Kurierzentrale direkt zu den Abnehmern geliefert werden. Am Donnerstag wird Feld zu Tisch im Rahmen der Genusswoche offiziell lanciert. Bereits Tage zuvor haben einige ihr Interesse bekundet. Darunter eine Kita, ein Altersheim, die Genossenschaft Agrico Birsmattehof oder das Hotel und Restaurant Les Trois Rois.

Auch die Rhyschänzli-Gruppe ist dabei. «Bisher arbeiten wir mit rund fünf regionalen Produzenten zusammen», sagt Geschäftsleiter Hermes Beurret. In dem Café des neuen Kaserne-Hauptbaus wolle man diese Zusammenarbeit künftig ausbauen. «Wir werden in dem Café auf ein sehr regionales Lieferantennetzwerk setzen», sagt Beurret. Dabei sei die grösste Herausforderung die Logistik. «Die Initiative Feld zu Tisch kommt für uns zu einem idealen Zeitpunkt.»

Auch Esther Lori glaubt, dass die Zeit für das Projekt gekommen ist. «Regionale Lebensmittel werden immer mehr nachgefragt.» Spätestens seit dem Corona-Lockdown, der auch ihrem Laden einen Schub verliehen habe. So schätze sie ihr Ziel als realistisch ein, im ersten Jahr 50 Genossenschafter an Bord zu holen.

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