Urheberrecht

Basler Pokémon-Hit: Macher gehen rechtlich ein grosses Risiko ein

Die Macher des viralen Videos verwendeten den originalen Schriftzug des Spiels.

Die Macher des viralen Videos verwendeten den originalen Schriftzug des Spiels.

Das virale Video von Basel Tourismus baut auf dem Erfolg des Smartphone-Games «Pokémon Go» auf. Im Video nutzen die Macher Logo und Schriftzug, die beide geschützt sind und wagen sich damit auf rechtlich heikles Terrain.

Die Nutzung des markenrechtlich geschützten Pokémon-Schriftzugs im Basler Werbevideo ist gemäss Rechtsanwalt und Werberechts-Spezialist Marc Schwenninger «ein grosses Risiko». Die Rechteinhaber hätten mehrere Möglichkeiten zu argumentieren, dass die Nutzung illegal sei. Sie könnten somit Schadenersatz fordern.

«Einerseits, dass das Schriftzug-Logo markenrechtlich und die Figuren und Bälle urheberrechtlich geschützt sind. Dazu könnte der Rechteinhaber noch wegen ‹unlauterer, rufausbeutender Werbung› klagen. Damit ist gemeint, dass Basel Tourismus fremde Berühmtheit für eigene Werbezwecke nutzt, also als Trittbrettfahrer auftritt und fremde Investitionen in die Bekanntheit von Pokémon verwendet und damit einen eigenen kommerziellen Nutzen erzielt.»

Dieser Pokémon-Clip aus Basel schlägt ein wie ein Pikachu-Donnerblitz.

Pokémon jagen Menschen: Der Video-Hit aus Basel.

Eine allfällige Schadenersatz-Klage wäre möglich und liesse sich damit begründen, dass dem Rechteinhaber Lizenzgebühren entgangen seien, die Basel Tourismus hätte zahlen müssen, um den Pokémon-Schriftzug im Video verwenden zu dürfen. «Ich hätte den Verantwortlichen hier zu ‹no risk, no fun› geraten. Dass es zu einer hohen Schadenersatz-Klage kommt, wäre schon eher aussergewöhnlich», sagt Schwenninger. (huf)

Meistgesehen

Artboard 1