Der Fall werde damit in der kommenden Woche von der Staatsanwaltschaft zur Beurteilung an das Strafgericht überwiesen, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Donnerstag Angaben des Internetportals OnlineReports.ch. Der Polizeimitarbeiter hatte gemäss Staatsanwaltschaft in rund 160 Fällen ohne dienstliche Veranlassung Personendaten abgefragt.

Gegen den im Verkehrsdienst tätigen Mann hatte die Staatsanwaltschaft daher einen Strafbefehl wegen mehrfachen Amtsmissbrauchs erlassen, wie Mitte Juli nach Abschluss des Strafverfahrens bekannt wurde. Zum Strafmass hatte die Behörde keine Angaben gemacht mit der Begründung, dass der Strafbefehl noch nicht rechtskräftig sei.

Der Sicherheitsassistent war wegen seiner Pro-Erdogan-Aktivitäten ins Visier der Justiz und zuvor des Nachrichtendienstes des Bundes geraten. Der Mann wurde im April vorübergehend festgenommen, aber nach einem Tag wieder freigelassen, weil kein Haftgrund vorlag. Die Kantonspolizei Basel-Stadt stellte ihn vorerst frei.

Hinweise darauf, dass der 37-jährige türkische Staatsangehörige dem Amtsgeheimnis unterliegende Daten an Dritte weitergegeben hat oder einer nachrichtendienstlichen Tätigkeit nachgegangen ist, hatten sich gemäss Staatsanwaltschaft im Strafverfahren nicht ergeben. Die abgefragten Daten betrafen mehrheitlich Ausländerinnen und Ausländer.