Ausbildung
Basler Polizisten müssen vier Jahre in die Lehre – so lange wie sonst nirgends

Die Ausbildungszeit für angehende Polizisten in Basel-Stadt wird um sieben Monate verlängert.

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Basler Polizei (Symbolbild)

Basler Polizei (Symbolbild)

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Als Folge des neuen schweizerischen Gesamtkonzepts zur Polizistenausbildung verlängert sich die Polizei-Lehrzeit in Basel-Stadt auf vier Jahre. Der Stadtkanton weist für seine Polizistinnen und Polizisten damit schweizweit den umfangreichsten Ausbildungsgang aus. Mit dem neuen bildungspolitischen Gesamtkonzept der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hat sich die Grundausbildung von Polizistinnen und Polizisten in der gesamten Schweiz von einem auf zwei Jahre verlängert. Der Kanton Basel-Stadt setzt noch zwei Jahre Weiterbildungszeit drauf und weist damit landesweit die längste Ausbildungszeit aus.

Unter dem Strich verlängert sich die Ausbildungszeit für angehende Polizisten in Basel-Stadt um sieben Monate, wie an einer Medienkonferenz des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD) gestern Mittwoch zu erfahren war. Sie besteht aus zwei Jahren Grundausbildung an der interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (Luzern) und in einem Lernverband der Kantonspolizei Basel-Stadt. Danach folgen zwei Jahre mit praxisorientierten Weiterbildungsmodulen im Polizeikorps. Die Neukonzeption der Polizeiausbildung kostet den Kanton 680000 Franken. Dieses Geld ist vom Basler Grossen Rat für das Budget 2020 bereits bewilligt worden, wie der Vorsteher des JSD, Regierungsrat Baschi Dürr (FDP), an der Medienkonferenz sagte.

Zu wenige Aspiranten – obwohl in Basel Ausländer zugelassen sind

Gegenwärtig befinden sich 19 Aspirantinnen und Aspiranten in Ausbildung. Damit ist der Bedarf von 30 Personen nicht gedeckt, wie der zuständige Chef Logistik sagte. Dies, obwohl im Basler Polizeikorps als einem der wenigen in der Schweiz auch Ausländerinnen und Ausländer mit der Niederlassungsbewilligung C zugelassen sind. Der Polizistenberuf leide etwas unter seinem durchzogenen Image in der Öffentlichkeit, begründete der Logistik-Chef den Mangel an Auszubildenden. Dazu komme, dass die berufliche Konkurrenzsituation durch die gute wirtschaftliche Lage gross sei.

Die Ausbildung zum Polizisten oder zur Polizistin geschieht nach wie vor auf dem zweiten Bildungsweg. Das heisst, dass eine abgeschlossene drei- oder vierjährige Berufslehre respektive eine Matur Voraussetzung bleiben. Die Anforderungskriterien wollen die Verantwortlichen deswegen aber nicht herunterschrauben. Nur etwa 10 Prozent der Anwärterinnen und Anwärter schaffen die Aufnahmehürden in die Polizeischule. Die meisten von ihnen scheitern an den physischen und sportlichen Anforderungen und an den Deutschkenntnissen, wie der Leiter Ausbildung im Basler Polizeikorps betonte.