Abwasser

Basler Pro Rheno reinigte 2018 weniger Abwasser – erneut wurden Grenzwerte überschritten

Seit gut zehn Jahren ist die auf rund 300 Millionen Franken veranschlagte Erweiterung der ARA Basel geplant. Im Januar sind die Bagger aufgefahren.

Seit gut zehn Jahren ist die auf rund 300 Millionen Franken veranschlagte Erweiterung der ARA Basel geplant. Im Januar sind die Bagger aufgefahren.

Die in der Pro Rheno zusammengefassten Basler Abwasserreinigungsanlagen (ARA) haben 2018 mit insgesamt 28,5 Mio. Kubikmetern 1,2 Prozent weniger Abwasser gereinigt als im Vorjahr. Erneut wurden zeitweise Grenzwerte nicht eingehalten – ab 2024 soll die ausgebaute ARA sauberer sein.

Die Betriebskosten der in der Pro Rheno zusammengefassten Basler Abwasserreinigungsanlagen (ARA) sanken auf netto 13,8 (Vorjahr: 14,1) Mio. Franken. Das ist dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht zu entnehmen. Die Investitionen lagen mit 3,65 Millionen etwa auf Vorjahresniveau. Der gesamte Betriebsaufwand stieg – wegen einer ausserordentlichen Pensionkasseneinlage – leicht auf 24,39 (23,0) Millionen.

Die Erlöse legten derweil dank unerwarteten Mehrmengen verbrannten Fremdschlamms um 43 Prozent auf 5,65 Millionen Franken zu. Volumenmässig nahm der Fremdschlamm von anderen ARA um 77 Prozent zu. Insgesamt liefen 100'469 Tonnen entwässerter Klärschlamm durch die Basler ARA-Öfen, die auch das Basler Fernwärmenetz mitspeisen.

Dazu kommen Einnahmen von 17,43 Millionen Franken als Anteile der Partner, was annähernd der Vorjahressumme entspricht. Unter dem Strich summierte sich der Betriebsertrag ebenfalls auf 24,39 Millionen; ein Jahresgewinn wird nicht ausgewiesen.

Nicht immer perfekt

Beide ARA-Teile registrierten leicht sinkende Volumen, wobei der Rückgang bei der kleineren ARA Chemie mit 13 Prozent stärker ins Gewicht fiel. Die ARA Basel reinigte 27,5 Millionen Kubikmeter Abwasser, die ARA Chemie deren 930'000 Tonnen. Das Minus brachte die Chemie-ARA zeitweise ans untere Limit und in «instabile Phasen», hiess es.

Zu Grenzwertüberschreitungen kam es erneut im Auslauf und in der Abluft: Die ARA Basel beliess zeitweise zu viele so genannte Gesamte ungelöste Stoffe (GUS) im gereinigten Abwasser; dabei geht es meist um Rest-Klärschlamm. Dieses Problem trat 2018 gemäss einer Statistik im Jahresbericht während addiert etwa acht Wochen auf.

Bei der ARA Chemie geschah dies – indes bei einer doppelt so hohen Limite – nur gut während einer Woche. Dafür lag dabei der Spitzenwert Anfang Juli über dem Doppelten jenes der ARA Basel.

Ausbau angelaufen

Nach dem grünen Licht der beiden Kantonsparlamente sind im Januar die Bagger aufgefahren für die seit gut zehn Jahren geplante und auf rund 300 Millionen Franken veranschlagte Erweiterung der ARA Basel. Neben der Ergänzung um eine Stufe für Mikroverunreinigungen werden auch bestehende Anlageteile erneuert – alles unter laufendem Betrieb.

Aus den Schlammverbrennungsöfen wurden übrigens gut 39 Gigawattstunden Fernwärme produziert, was ein Plus von 7,8 Prozent bedeutet. Rechnerisch entspreche dies der Beheizung von 5200 Wohnungen, schreibt die Pro Rheno.

Die Mitarbeitenden der Pro Rheno retteten 2018 ferner 949 (1361) lebende Kröten, Frösche und Molche aus dem Abwasser. Partner der Pro Rheno AG sind die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft mit zusammen 51 Prozent Aktienanteilen sowie die Firmen Huntsman, Roche, Novartis, BASF und Syngenta.

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