Sparpläne

Basler Quartiertreffpunkte kämpfen um ihr Überleben

Bevor es endgültig ernst wird, startet die Interessengemeinschaft der Quartiertreffpunkte (IGQ) nochmals ihren letzten Aufruf.

Bevor es endgültig ernst wird, startet die Interessengemeinschaft der Quartiertreffpunkte (IGQ) nochmals ihren letzten Aufruf.

Bürgerliche wollen Stadtteilsekretariate und Quartierkoordination einsparen. Das sei völlig verfehlt, findet deren Dachverband.

Bevor es endgültig ernst wird, startet die Interessengemeinschaft der Quartiertreffpunkte (IGQ) nochmals ihren letzten Aufruf: Stadtteilsekretariate wie auch Quartiertreffpunkte sollen unbedingt weiterbestehen. Sie seien wichtige Elemente des demokratischen Lebens in den Basler Stadtquartieren und würden gewährleisten, dass die Anliegen der Quartierbewohner und ihrer Organisationen in den Quartieren Ausdruck fänden, betont IGQ-Präsidentin Christine Lindt in einer gestern verschickten Mitteilung.

Doch damit könnte schon bald Schluss sein. Die fünf bürgerlichen Parteien verlangen in einem vorgezogenen Budgetpostulat, dass die zwei Stadtteilsekretariate und die Quartierkoordination Gundeldingen ab 2020 kein Geld mehr vom Kanton erhalten. Rund 360'000 Franken wollen die Bürgerlichen damit sparen. Gleichzeitig aber wollen sie 100'000 Franken für Quartiertreffpunkte neu ins Budget aufnehmen, weil diese Form der Quartierarbeit «weitaus effizienter» sei. Das Geschäft ist für kommende Woche im Parlament traktandiert.

Die IGQ wehrt sich nun dagegen, dass Stadtteilsekretariate und Quartiertreffpunkte gegeneinander ausgespielt werden. Sie würden sich gegenseitig ergänzen. Es brauche deshalb beide für eine effiziente und nachhaltige Quartierarbeit. Stadtentwicklung gehöre nicht zu den Aufgaben der Quartiertreffpunkte. Hier könnten neue Kosten auf den Kanton zukommen, wenn es keine Stadtteilsekretariate mehr gebe.

Die bürgerlichen Kritiker sehen das anders: «Die Treffpunkte leisten einen wesentlichen Beitrag in den Quartieren für das gesellschaftliche Miteinander und fördern das Zusammenleben», heisst es in dem Budgetpostulat. «Stadtteilsekretariate und Quartierkoordination haben dieses Ziel infolge ihrer Nähe zur Verwaltung nicht erreicht.» Die Regierung wiederum hatte sich für die Stadtteilsekretariate ausgesprochen.

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