500 Jahre

Basler Rathausfest lockt 20'000 Gäste an

Rund 20‘000 Personen haben am Samstag am Fest „500 Jahre Rathaus Basel“ teilgenommen. Besonders beliebt waren die Rundgänge durchs Rathaus.

So etwas hat das Rathaus wohl noch nie erlebt. Wie beim Start in den Sommerschlussverkauf stehen die Leute am Samstagnachmittag bereit, ihr Roothuus zu stürmen. Auf den drei roten Teppichen, die sich von den Gittertoren auf den Marktplatz hinaus erstrecken, stehen Hunderte von Baslerinnen und Baslern und warten darauf, das 500 Jahre alte Gebäude zu stürmen.

Punkt 16 Uhr lassen die Sicherheitsleute die ersten Besucher in den Rathaushof. Bald müssen sie den Zugang in die obere Etage, vor allem in den Grossrats- und den Regierungsratssaal unterbrechen. Zu gross ist das Interesse an dem alten Gemäuer, in dem die Volksvertreter ihrer politischen Arbeit nachgehen. Ein Fest für die ganze Stadt sollte es werden und das ist es auch. Die Regierungsräte, mit denen man auf Fotos posieren kann, kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Einer nach dem anderen will sich mit ihnen ablichten lassen. Selbst gestählte Dauerlächler wie Christoph Eymann müssen das Risiko eines Gesichtsmuskelkaters auf sich nehmen.

Morins Wink mit Zaunpfahl

Im hinteren Hof des Rathauses diskutierten unterdessen Grossräte mit Kindern und führen sie so in die hohe Kunst des Debattierens und des Verhandelns ein. Obwohl, ein Knirps in kurzen Hosen, der sich in der «Probe-Debatte» für einen späteren Schulbeginn am Morgen starkmacht, bringt LDP-Grossrat Raoul Furlano ins Staunen mit schlagfertigen Argumenten. Grossratspräsident Christian Egeler, der seinen Kindern Papis Arbeitsplatz zeigt, wünscht sich wohl ähnlich engagierte Diskussionen an den Ratssitzungen. Die kleinen Nachwuchspolitiker hören einander aufmerksam zu und lesen im Gegensatz zu den gewählten Vertretern keine Zeitungen während der Debatten.

Auf dem Marktplatz geht es gesellig zu und her. An langen Bänken sitzen Besucher und Offizielle in Rathaus-Poloshirts und lassen sich die festüblichen Genussmittel von Flammekueche bis Bratwurst schmecken. Apropos T-Shirt: Auf jenem von Guy Morin prangt standesgemäss der Schriftzug «Regierungspräsident». Er kann bei seiner Rede auch Vertreter aus dem Nachbarkanton begrüssen und gibt ihnen mit auf den Weg, das Rathaus sei länger das Rathaus des vereinten Kantons Basel gewesen, als nur des Halbkantons Basel-Stadt. Ein kleiner Wink mit dem riesigen Zaunpfahl, fünf Wochen vor der Abstimmung über die Einleitung der Kantonsfusion.

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