Der Bundesrat beschloss 1898 das Ende des Basler Centralbahnhofs. Im gleichen Jahr entschied das Schweizer Stimmvolk, die fünf grössten Schweizer Privatbahnen zu verstaatlichen. Dazu gehörte die Schweizerische Centralbahn, welche den 1860 eröffneten Basler Bahnhof bediente. Nur vierzig Jahre später musste dieser mit der Verstaatlichung der Centralbahn einem Neubau, dem heutigen Bahnhof Basel SBB, weichen. An den Vorgängerbahnhof erinnert inzwischen in Basel wenig. Übrig geblieben ist etwa der Name des Centralbahnplatzes.

Doch der alte Bahnhof lebt weiter. Teile des vom Centralbahn-Hausarchitekten Ludwig Maring erstellten Bauwerks wurden nach dem Abriss von den SBB an anderen Orten weiterverwendet. Die östliche der beiden Personenhallen wurde nach Olten gezügelt. Sie diente während über hundert Jahren als Werkstattschuppen. Dass es sich um eine historisch wertvolle Halle handelt, geriet in Vergessenheit. Das änderte ein Gutachten der SBB, das die lange Vergangenheit des üppig verzierten Holzbaus nachwies.

Darauf trat das Bauwerk seine nächste Reise an. Die SBB schenkten es 2009 dem Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland. Dieser holte die Halle ins Zürcher Oberland. Derzeit ist sie in Hinwil zwischengelagert. Der Wiederaufbau ist wenige Kilometer entfernt, in Bauma, geplant. Der Bau, der dem Stil der Schweizer Laubsäge-Architektur zugeordnet wird, soll künftig als Bahnhof für die Dampfzüge des Vereins dienen.

Das Projekt ist komplizierter als erwartet. In den 150 Jahren an zwei Standorten litt die Statik der Halle. Feine Risse durchziehen das Gusseisen. Deshalb verteuert sich der Wiederaufbau von vier auf fünf Millionen Franken, wie die «NZZ» berichtete. Auf Anfrage korrigiert Projektleiter Christoph Rutschmann nun auch die geplante Einweihung von Mai 2014 auf «im Verlauf von 2014».

Der Dampfbahnverein ist auf der Suche nach der zusätzlichen Million. Der grösste Teil fehlt immer noch. Unerwartete Unterstützung erhält der Verein nun von der Basler Regierung. Diese überweist aus dem Swisslos-Fonds 50 000 Franken nach Zürich. Sie verspricht zudem den doppelten Betrag, «sofern sich die SBB mit einem namhaften Beitrag am Projekt beteiligen». Rutschmann freut sich über diese «clevere Idee», auf die er nicht gekommen wäre. «Damit haben wir ein weiteres handfestes Argument», sagt er. Der Dampfbahnverein plant in den nächsten Wochen Gespräche mit den SBB. Dabei wird er um ein zinsarmes Darlehen und einen fünfstelligen finanziellen Betrag bitten.

Doch die SBB erteilen via Sprecherin Lea Meyer bereits jetzt eine Absage: «Wir haben die Halle kostenlos abgetreten. Ein finanzieller Support beim Wiederaufbau ist nicht vorgesehen.» Rutschmann hofft, dass sich die SBB dank der Basler Intervention umstimmen lassen. Denn es handle sich nicht nur um ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, sondern auch um einen erstklassigen Imageträger für die Bahn, sagt er. Jährlich treten 25 000 Leute in Bauma eine Fahrt mit einem Dampfzug an.

Aus dem Kanton Zürich ist kein weiteres Geld zu erwarten. Die Zürcher Regierung hat bereits den grössten Teil der ursprünglichen Kosten von vier Millionen Franken aus dem Swisslosfonds und über die Denkmalpflege finanziert. Der Verein setzt deshalb auch auf private Sponsoren. Eine Haupttragstütze des einstigen Centralbahnhofs ist für 5000 Franken symbolisch zu kaufen.