Die Mühlen in Bern mahlen langsam – zu langsam für die Basler Regierung. Sie möchte die Vorprojektierung der neuen S-Bahn-Haltestelle Basel Solitude unverzüglich starten – noch bevor ein Bundesbeschluss dazu vorliegt. Die Regierung beantragt deshalb dem Grossen Rat einen Investitionsbeitrag von 1,4 Millionen Franken.

Bei der Solitude zwischen dem Badischen Bahnhof und der Rheinbrücke soll eine neue S-Bahn-Haltestelle entstehen. Zuständig für Bau und Finanzierung ist der Bund. Weil die nötigen Entscheide in Bern aber voraussichtlich erst Ende 2019 oder 2020 fallen werden, möchte die Basler Regierung das Projekt nun selber vorantreiben. Ziel: Der Bau der S-Bahn-Haltestelle soll so beschleunigt werden, dass sie möglichst zeitnah zur Eröffnung der neuen Gebäude auf dem Areal der Roche in Betrieb gehen kann. Der Kanton soll dazu einen Überbrückungskredit sprechen, bis das Geld des Bundes fliesst.

Die Haltestelle soll direkt am nördlichen Rheinufer entstehen, anschliessend an die neue Rheinbrücke. Die Baukosten würden auf rund 20 Millionen Franken geschätzt, sagt Wolfgang Fleischer vom Basler Amt für Mobilität. Mit dem nötigen Landerwerb sowie Risikozuschlägen dürfte das Gesamtprojekt auf gegen 35 Millionen Franken zu stehen kommen.

Die Regierung zeigt sich davon überzeugt, dass die S-Bahn-Haltestelle Basel Solitude sehr gute Chancen hat, in den Ausbauschritt 2030/35 der Eisenbahninfrastruktur aufgenommen zu werden. Sie verweist darauf, dass das Projekt in der volkswirtschaftlichen Bewertung des Bundes schweizweit ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweise. So habe sich gezeigt, dass die nötige Nachfrage bestehe und künftig noch zunehmen werde. Von der neuen Haltestelle sollen vorab die Beschäftigten der Roche sowie die Bevölkerung des Wettsteinquartiers profieren.