Auf dem 11,6 Hektaren grossen Areal, das auch Lysbüchel genannt wird, werden mehrere Industriebetriebe verbleiben, darunter ein Chemieunternehmen. Mögliche Gefahren auch durch die Bahn seien von der kantonalen Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit und die Kommission für Risikobeurteilung abgeklärt worden, sagte Baudirektor Hanspeter Wessels am Montag vor den Medien. Beide Instanzen befürworteten den Bebauungsplan.

Die Industrie solle durch die Wohnbauten nicht eingeschränkt werden, sagte Wessels weiter. Deren Anteil soll künftig bei 40 Prozent der Arealfläche liegen. Die Herausforderung sei es, auf dem lärmintensiven Areal attraktiven Wohnraum zu schaffen. Vorgesehen sind bei den Wohnbauten höhere Lärmschutzmassnahmen.

Zwischen der Industriezone im Norden des Areals und den Wohnbauten im Süden sollen Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt werden. Geplant sind zudem Grün- und Naturflächen.

Zuerst Schule, dann Wohnungen

Der Bebauungsplan wird im Herbst dem Grossen Rat vorgelegt. Für die Planung der Allmendflächen werden 1,35 Mio., für den Landerwerb 2,4 Mio. Franken beantragt. Weitere Finanzanträge für die Realisierung werden je nach Projektverlauf getätigt, heisst es in der Dokumentation der Verantwortlichen.

Der Regierungsrat will im August über den Bau des Primarschulhauses beschliessen. Dieses soll 2020 eröffnet werden. Erst danach ist der Bau der Wohnungen vorgesehen.

Gegen die nutzungsplanerischen Änderungen seien dreizehn Einsprachen von Gewerbetreibenden eingegangen, heisst es weiter. Fünf Einsprachen seien zurückgezogen worden und sieben Einsprachen seien nicht legitimiert gewesen.

Mit den Einsprachen wurde der Erhalt der Industrie- und Gewerbezone gefordert. Der Regierungsrat ist jedoch der Meinung, dass die Planung Volta Nord eine Erhöhung der Arbeitsplätze von 500 auf bis zu 3000 ermögliche.

Heftige Kritik des Gewerbeverbandes

Der Gewerbeverband Basel-Stadt lehnt den Bebauungsplan kategorisch ab, die Handelskammer beider Basel zeigt sich skeptisch. Sie fordert eine Gesamtschau über alle Wirtschaftsflächen in Basel und eine umfassende Arealentwicklungsstrategie.

Der Gewerbeverband sieht "erhebliches Konfliktpotenzial", wenn auf dem Lysbüchel-Areal eine Mischnutzung zwischen Wohnen und Arbeiten entstehen soll. Das Areal habe grosses Potenzial, um als reine Wirtschaftsfläche verdichtet und weiterentwickelt zu werden, schreibt der Gewerbeverband.