Öffentlicher Verkehr
Basler Regierung stellt Weichen beim Ausbau des Tramnetzes

Die Basler Regierung hat die Weichen gestellt für den künftigen Ausbau des Tramstreckennetzes. Ganz oben auf der Prioritätenliste figurieren die neuen Tramlinien Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse, Klybeck-Kleinhüningen sowie Claragraben.

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Zwei der priorisierten Tramprojekte will die Regierung bis Ende 2016 als Vorprojekte beim Bund für das Agglomerationsprogramm der dritten Generation anmelden.

Zwei der priorisierten Tramprojekte will die Regierung bis Ende 2016 als Vorprojekte beim Bund für das Agglomerationsprogramm der dritten Generation anmelden.

Kenneth Nars

Die Basler Regierung hat die Weichen gestellt für den weiteren Ausbau des Tramstreckennetzes. Zuoberst auf der am Freitag vorgestellten Prioritätenliste steht die neue Tramlinie für das Wettsteinquartier, der mit Blick auf die Ausbaupläne des Pharmakonzerns Roche besonders grosse Bedeutung beigemessen wird.

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Die 1,9 km lange Tramstrecke Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse will der Kanton Basel-Stadt zusammen mit einem bis zwei weiteren Tramprojekten beim Bund für das Agglomerationsprogramm der vierten Generation anmelden, wie Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels vor den Medien sagte. Die Frist dafür läuft bis Ende 2016.

Bei den beiden weiteren neuen Tramstrecken handelt es sich um die 600 m lange Verbindung durch den Claragraben sowie um das 1,6 km lange Projekt Klybeck-Kleinhüningen. Für diese drei Tramstrecken werden nun Vorstudien erstellt. Für mindestens zwei dieser Vorhaben will die Regierung darauf Anfang 2016 Vorprojekte ausarbeiten lassen, die bis Ende kommenden Jahres beim Bund eingereicht werden müssen.

Der Bund steuert mit Mitteln aus dem Agglomerationsfonds bis zur Hälfte an die Kosten solcher Projekte bei. Realistischerweise kann laut Wessels mit einer Subvention von 30 Prozent gerechnet werden. Die Realisierung ist für den Zeitraum von 2019 bis 2022 geplant.

Für Tramlinie 30 keine neue Brücke nötig

Hohe Priorität hat für die Regierung auch die neue Tramlinie über die Johanniterbrücke. Ablösen soll sie dereinst die immer stärker frequentierte Buslinie 30 vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof.

Abklärungen haben nun ergeben, dass es für diese Tramlinie keinen neuen Übergang über den Rhein braucht. Es reiche, die bestehende Johanniterbrücke zu verstärken, was natürlich wesentlich günstiger sei, hiess es an der Medienkonferenz.

Als Nächstes soll nun die Linienführung geklärt werden. Es geht insbesondere darum, ob die Trams der Linie 30 dereinst durch den Petersgraben oder durch die Schanzenstrasse fahren sollen.

Grundlage für den Ausbau bildet die "Strategische Planung Tramnetz 2020", die auf Gebiet des Kantons Basel-Stadt zunächst 13 neue Abschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 11,5 km vorsah. Das Erlenmatt-Tram als eine dieser neuen Teilstrecken ist inzwischen gestrichen worden, weil das Volk das Projekt im Mai 2014 abgelehnt hatte.

Für die Umsetzung des Plans hatte der Basler Grosse Rat 2012 eine Rahmenausgabenbewilligung von 350 Millionen Franken gesprochen. Davon sind bereits 34 Millionen Franken verbraucht: 25,4 Millionen für die Verlängerung der Tramlinie 3 nach Saint-Louis (F) sowie 8,6 Millionen für den Margarethenstich.

Claragraben als günstigstes Projekt

Ihre Prioritäten für den Tramnetzausbau setzte die Regierung aufgrund einer Zweckmässigkeitsbetrachtung. Für diese wurden die einzelnen Projekte hinsichtlich Nutzen und Kosten bewertet und miteinander verglichen.

Die besten Noten erhielt dabei die neue Strecke durch den Claragraben, die mit Investitionen von rund 30 Millionen Franken auch die günstigste ist. Wichtig ist diese Strecke namentlich auch für die Entlastung der Innerstadt.

Die Strecke Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse mit Anbindung der Bahnhöfe SBB, Badischer Bahnhof und St. Johann weist laut Regierung von allen Projekten den höchsten Gesamtnutzen aus. Sie führt zu kürzeren Reisezeiten und mehr Direktverbindungen, von denen nicht nur die Angestellten von Roche profitieren können, sondern auch die Bewohner des Wettsteinquartiers.

An Bedeutung gewonnen hat die Strecke Klybeck-Kleinhüningen mit Blick auf neue Nutzungen für das Klybeck-Areal. Mit den derzeitigen Eigentümern Novartis und BASF wird nun die Linienführung für das Tram abgeklärt, das dort dereinst als Motor und Impulsgeber für eine nachhaltige Stadtentwicklung dienen soll.