Mit der Änderung könne «zumindest teilweise vermieden werden, dass die Bevölkerung mit Plakatwerbung konfrontiert wird, die überwiegend Frauen als käufliche Sexobjekte darstellt und dadurch zu diskriminierenden Geschlechter- und Rollenstereotypen beiträgt», begründet die Regierung ihren Beschluss.

Landesweit ist das Anbieten von sexuellen Dienstleistungen wie Prostitution oder «Escort-Dienste» erlaubt. Der Grossrats-Anzug erregte sich über das Aufhängen grosser Plakate einschlägiger Etablissements im Kanton, die sich so «an ein grosses Publikum wenden». Kinder würden so ungefragt mit dem Thema konfrontiert.

Plakate auf Privatgrund unbehelligt

Die Verordnung betrifft nur Plakate, die auf öffentlichem Grund aufgehängt werden; für Plakatflächen auf privatem Boden und Wänden gilt sie nicht. Rund zwei Drittel aller Plakatwände im Kanton Basel- Stadt sind derzeit auf Allmend, ein Drittel auf Privatgrund.

2010 waren laut der Allmendverwaltung Bordell-Plakatsujets auf Basler Allmend «an einer Hand abzuzählen» - zuvor indes gar noch seltener gewesen. Von den einzelnen Sujets hängt die für die Allmendplakate konzessionierte Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) jeweils Plakate an etwa einem Dutzend bis vielleicht dreissig Standorten auf.

Die meisten Plakate hänge die APG «in Eigenkompetenz» auf, hiess es bei der Allmendverwaltung weiter. Bordellplakate würden nicht gerade neben Schulhäuser gehängt. Die APG lege Sujets nur dann den Behörden zur Prüfung vor, wenn sie Zweifel an der Zulässigkeit hegt. Der Kanton habe auch schon unzulässige Sujets zurückgewiesen.