Corona-Kommunikation

Basler Regierung vorbildlich zur Bewältigung der Corona-Krise: «Wir sind auf die Solidarität aller angewiesen»

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger vor den Medien am Freitag, 13. März 2020.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger vor den Medien am Freitag, 13. März 2020.

Die Basler Regierung richtet eindringlichen Appell an die Bevölkerung, die Baselbieter Regierung bleibt wortkarg.

Lukas Engelberger, der Basler Gesundheitsdirektor, hat in der Information der Basler Regierung einen neuen Ton angeschlagen. Die vom Bund vorgegebenen und nun vom Kanton umgesetzten Massnahmen seien «drastisch», die Folgen «einschneidend». Er sagt: «Sie bedeuten Verzicht und die Bereitschaft, Opfer zu bringen.» Die Auswirkungen auf den Alltag, auf die Wirtschaft und auf die Gesellschaft würden «massiv» und «alle Sektoren des öffentlichen Lebens» betreffen.

Es geht aber nicht nur um das öffentliche, sondern auch um das private Leben. Engelberger sagt: «Wir müssen die Intensität unserer Begegnungen reduzieren, in der Menge aber auch in der Nähe.» Dies ist mehr als eine behördliche Handlungsanweisung, welche Orte und Versammlungen künftig zu meiden sind. Es ist vielmehr ein Aufruf, das soziale Leben gänzlich auf die Krisensituation auszurichten.

Bisher hatte sich Engelberger um eine milde Ausdrucksweise bemüht. Das Wort «Krise» wollte ihm nicht über die Lippen kommen. Nun ist es anders. Er sagt: «Wir haben eine Corona-Krise». Und Basel sei besonders stark betroffen: «Es gibt im Kanton Basel-Stadt pro Kopf mindestens so viele Infizierte wie im Kanton Tessin.»

Widersprüche zwischen Basel-Stadt und Baselland

Gleich fünf Basler Regierungsräte hatten sich um 16.30 Uhr eingefunden, um die kantonalen Konsequenzen der Bundesvorgaben zu erläutern. So wie in den allermeisten Kantonen traten sie als Exekutive rasch vor die regionalen Medien – nur die Baselbieter Regierung war dazu ausser Stande.
Als die städtischen Magistraten der Bevölkerung schon erklärten, wie sie sich der schwierigen Situation zu stellen haben, zogen sich die Baselbieter erst zu einer mehrstündigen Regierungssitzung zurück. Während der Basler Bildungsdirektor Conradin Cramer den Eltern zusicherte, dass die Kinder betreut würden, die aus welchen Gründen auch immer wie gewohnt am kommenden Montag zur Schule gingen, verschickte die Baselbieter Regierung erst um 19.30 Uhr ein mageres Communiqué. Dieses liess nicht nur viele Fragen unbeantwortet, es steht teils gar im Widerspruch zu den Basler Massnahmen, etwa, dass im Landkanton die Tagesstätten in Betrieb bleiben.

An die Stelle einer behördlichen Floskel setzte Engelberger einen humanistischen Akzent: «Gerade in dieser Zeit dürfen wir die Menschlichkeit nicht vergessen.» Erkrankte, so Engelberger, dürften nicht ausgegrenzt werden. Er dankte im Namen der Regierung allen, die sich in ihren Bereichen mit enormem Aufwand für die Bewältigung der Krise einsetzten. Und Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann sagte: «Wir sind auf die Solidarität aller angewiesen. Auch von denen, die jetzt nicht betroffen und gefährdet sind.» So müsse es jetzt weitergehen: «Sonst haben wir keine Chance, etwas gegen die Pandemie zu erreichen.»

Autor

Christian Mensch

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