Nun soll auch Basel eine Frauenquote bekommen: Die Basler Regierung will, dass die Verwaltungsräte der staatlichen und staatsnahen Betriebe zu mindestens einem Drittel aus Frauen respektive aus Männern besteht. Betroffen sind also Unternehmen wie die IWB oder die BVB. Obwohl die Regierung explizit von einer Geschlechterquote und nicht von einer Frauenquote schreibt, ist klar, dass vor allem Frauen gefördert werden sollen.

«Frauen sind in Strategie- und Aufsichtsgremien noch immer deutlich untervertreten», schreibt die Regierung denn auch in einer Mitteilung. Der gestrige Entscheid geht auf einen Vorstoss der Grossrätin Brigitta Gerber zurück (Grünes Bündnis). Sie zeigt sich zwar erfreut über den Bescheid, ist aber noch skeptisch: «Es gibt verschiedene Varianten, wie man das umsetzen kann. Ich werde das kritisch beobachten.»

Stadt Zürich geht weiter

Regierungspräsident Guy Morin ist jedoch zufrieden. «Es sind keine Quoten wie in Holland oder Schweden, aber es ist das, was für den Kanton möglich war.» In diesen Ländern sind Quoten für alle Unternehmen festgelegt – also nicht nur für staatsnahe Betriebe.

Morin ist persönlich überzeugt, dass Quoten «als Krücken» nötig sind, um Frauenförderung zu betreiben, «sonst passiert nichts.» Weiter als Basel will allerdings das Zürcher Stadtparlament gehen. Dieses hat eine Motion von SP und Grünliberalen überwiesen, welche verlangt, dass mindestens 35 Prozent aller Kaderpositionen bei der Stadt von Frauen besetzt sein müssen.

SVP dagegen, Grüne dafür

Von den Parteien gibts unterschiedliche Reaktionen. Die SVP lehnt eine Geschlechterquote ab: Nicht Quantität, sondern Qualität solle das ausschlaggebende Kriterium für die Auswahl von Verwaltungsräten sein, schreibt die Partei in einer Mitteilung. Der entsprechende Papiertiger der Abteilung Gleichstellung für Frauen und Männer sei ideologisiert und widerspreche jeglichem liberalen Grundsatz. Begabung kenne kein Geschlecht.

Die Grünen hingegen begrüssen den Entscheid der Basler Regierung. Sie fordern private Unternehmen auf, dem Beispiel zu folgen. «Die Regelung, dass nun Verwaltungsräte von Staats- oder staatsnahen Betrieben zu einem Drittel mit Frauen besetzt sein müssen, ist ein längst überfälliger Schritt hin zu Geschlechtergerechtigkeit und wurde nötig, weil die Unternehmen nicht selber aktiv wurden.»