Kinderbetreuung

Basler Regierung will Kita-Suche vereinfachen

Neu sollen Eltern Beiträge von Kanton oder Gemeinden erhalten für alle von der öffentlichen Hand anerkannten Kitas. (Archiv)

Neu sollen Eltern Beiträge von Kanton oder Gemeinden erhalten für alle von der öffentlichen Hand anerkannten Kitas. (Archiv)

Eltern sollen im Kanton Basel-Stadt eine Kindertagesstätte (Kita) künftig auch dann frei wählen können, wenn sie für einen Kita-Platz Subventionen erhalten. Die Regierung hat am Donnerstag eine entsprechende Gesetzesänderung in die Vernehmlassung geschickt.

Bislang wurden subventionierte Kita-Plätze vom Kanton oder der Gemeinde Riehen zugeteilt. Die heutige Steuerung und Finanzierung führe jedoch zu ungleichen Bedingungen für Eltern und Kitas, sagte Regierungsrat Christoph Eymann vor den Medien.

Neu sollen Eltern Beiträge von Kanton oder Gemeinden erhalten für alle von der öffentlichen Hand unterstützte Kitas. Die Beitragshöhe richtet sich allein nach Einkommen und Vermögen der Eltern. Weiterhin sollen Eltern ein Vermittlungsangebot von Kanton oder Gemeinden in Anspruch nehmen können.

Der Gesetzesentwurf sieht zudem nur noch zwei statt drei unterschiedliche Kita-Kategorien vor: solche mit und solche ohne Betreuungsbeiträge von Kanton und Gemeinden.

Derzeit werden Tagesheime unterschieden nach subventionierten, mitfinanzierten und nicht subventionierten. Mitfinanzierte Tagesheime erhalten rund 20 Prozent weniger Beiträge der öffentlichen Hand als subventionierte Kitas.

Keine Leistungsvereinbarungen mehr

Die heute mit subventionierten Tagesheimen abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen sollen indes nicht mehr weitergeführt werden, wie die Verantwortlichen weiter sagten. Wegfallen sollen auch die vereinbarten Einheitspreise für Tagesplätze.

In einer ersten Schätzung rechnet der Kanton mit Mehrkosten von etwa zwei Millionen Franken, wie zu erfahren war. Derzeit werden jährlich rund 35 Millionen Franken an Subventionen und Beiträgen ausbezahlt.

Beaufsichtigt werden sollen weiterhin sämtliche Kitas vom Kanton. Kitas mit Betreuungsbeiträgen brauchen zusätzlich eine Anerkennung. Die Vermittlungsstelle von Kanton und die Gemeinden haben dort zudem Vorrang beim Belegen der freien Plätze.

Die Vernehmlassung zur Gesetzesrevision dauert bis im Herbst. Das derzeit geltende Tagesbetreuungsgesetz stammt aus dem Jahr 2003.

Subventionen für zwei Drittel

Zwischen 2006 und 2014 hat sich im Kanton Basel-Stadt das Angebot an Tagesbetreuungsplätzen von 2013 auf 3859 Plätze fast verdoppelt, wie einem Bericht der Fachstelle Tagesbetreuung zu entnehmen ist. Rund 40 Prozent der Plätze befinden sich in subventionierten, 35 Prozent in mitfinanzierten Tagesheimen.

Rund zwei Drittel aller betreuten Kinder haben 2012 - dem aktuellsten genannten Jahr - Subventionen erhalten. Insgesamt werden im Kanton Basel-Stadt rund 40 Prozent der Vorschulkinder betreut. 2014 betrug die durchschnittlich Wartezeit für einen Betreuungsplatz 20 Tage, ein Jahr zuvor noch 40 Tage.

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