Es ist ein Filmset, das Basel nicht alle Tage sieht. Ja, eigentlich sieht es dieses überhaupt nicht. Denn die Dreharbeiten finden streng vertraulich statt, hinter verschlossenen Türen. Nur einige Studiowagen an der Isteinerstrasse zeugen davon, dass hier nach der Herbstmesse ein neuer Rummel im Gang ist.

Was geht ab? Der Basler Filmregisseur Tim Fehlbaum (36) ist in den Messehallen mit seinem Science-Fiction-Film «Haven – Above Sky» beschäftigt, wie die Messe Schweiz gegenüber dem «Regionaljournal Basel» bestätigt hat. Nach Aufnahmen in Deutschland nutzt die Crew seit zwei Wochen die ersten Stockwerke der Halle 1 als Räume für Filmsets und Kulissen.

Internationale Besetzung

Die Besetzung ist international. Die französische Schauspielerin Nora Arnezeder, die schon an der Seite von Bradley Cooper («The Words») oder Denzel Washington («Safe House») Hollywooderfahrungen gesammelt hat, spielt die Hauptrolle. Als Astronautin Blake lebt sie in der Weltraumkolonie Kepler. Dies, nachdem eine globale Umweltkatastrophe fast die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. Blakes Mission ist es, mit ihrer Besatzung herauszufinden, ob menschliches Leben auf der Erde wieder möglich ist.

Der Zürcher Joel Basman, derzeit in Michael Steiners erfolgreicher Verfilmung von «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» zu sehen, stand bei den Dreharbeiten in den vergangenen Tagen ebenso vor der Kamera wie Iain Glen, der schillerndste Name im Cast, kennt man den schottischen Schauspieler doch aus TV-Serien wie «Downton Abbey» und vor allem «Game of Thrones». Darin spielt er den blonden Ritter Jorah Mormont, der Daenerys Targaryen (die Drachen beherrschende Khaleesi) begleitet.

Was Spielfilme angeht, so gehört die «Resident Evil»-Reihe zu Glens bekannteren Leistungsausweisen. Diese wurden von Constantin Film coproduziert. Die Münchner Firma ist eine Tochtergesellschaft von Bernhard Burgeners Highlight Communications AG in Pratteln. Das eigentliche Kerngeschäft des FCB-Präsidenten also.

Beiträge der Basler Halbkantone

Ebenfalls involviert ist die Zürcher Produktionsfirma Vega Film von Ruth Waldburger. Sie hatte schon Fehlbaums letzten Spielfilm «Hell» (2011) koproduziert. Für sein neues Film-Projekt haben die beiden Kantone Basel-Stadt und Baselland vor zwei Jahren eine Unterstützung von insgesamt 400 000 Franken gesprochen. Damals hiess das Projekt noch «Shipbreaker», offensichtlich wurde der Filmtitel seither geändert. Mit ein Grund, weshalb man in Basel dreht, dürfte auch eine der Bedingungen sein, an welche die kantonalen Filmfördergelder geknüpft sind: Jeder Franken der Basler Kantonsbeiträge muss in der Region reinvestiert werden.

Wie das in diesem Fall im Detail aussieht, wollen die involvierten Filmfirmen nicht sagen. Überhaupt geben sie sich äusserst bedeckt, was Angaben zum Film und zur Produktion betrifft. Für den Dreh in Basel seien mehrere Crewmitglieder aus der Region im Einsatz, lässt der Basler Jean de Meuron ausrichten, der ebenfalls vor Ort involviert ist.

Constantin Film verspricht ein «bildgewaltiges Science-Fiction-Spektakel für die grosse Leinwand», das 2019/20 ins Kino kommen soll. Dass ein Spektakel zu erwarten ist, dafür spricht auch ein anderer vertrauter Name: Roland Emmerich. Der Deutsche Filmemacher hat in Hollywood schon Katastrophenfilme wie «Godzilla» oder «Independence Day» in Gold verwandelt. Für Tim Fehlbaums neuen Film macht er sich als Executive Producer stark.