Neues Album
Basler Rockband Navel stellt ihr neues Album «Loverboy» vor

Die vielleicht grösste Basler Rockband stellt heute in der Kaserne ihr neues Album vor. Der Titel «Loverboy» klingt nicht gerade typisch für die rockige Combo rund um den Gitarristen und Sänger Jari Altermatt - doch es ist eine Weiterentwicklung.

Tumasch Clalüna
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Bandleader Jari Altermatt (zweiter von links) ist das Genie der Band – ihm ordnen sich alle unter.

Bandleader Jari Altermatt (zweiter von links) ist das Genie der Band – ihm ordnen sich alle unter.

Zur Verfügung gestellt

Die neue CD verspricht laut Bassist Marco Näf nicht ein Bruch, sondern vielmehr ein weiterer Schritt in der beindruckenden Karriere dieser Basler Band zu werden. Ursprünglich als Abklatsch von Nirvana – der legendären US-Grunge-Band um Legende Kurt Cobain – belächelt, spielten sich die ursprünglich dreiköpfigen Navel kompromisslos und hochenergetisch in die Herzen und Ohren der regionalen Konzertgänger.

Sprungbrett Basler Pop-Preis

Auch bei Navel trug das Basler Fördermodell Früchte. Bald wurde das Ausland auf die Laufentaler aufmerksam und sie fanden ein Label in Berlin. Fortan traf man Navel in fast allen wichtigen Konzertlokalen des deutschsprachigen Raums. Es folgten Airplay auf Alternativ-Radio-Sendern und legendäre Interviews, bei denen sie bewusst den 90ies-Schick kultivierten.

Doch rotziger Grunge ist ab einem gewissen Alter vielleicht nicht mehr die Wahl der Stunde und glücklicherweise entwickelten sich Navel kontinuierlich weiter – ohne aber ihre Wurzeln zu vergessen.

Schon ihr letztes Album «Neo Noir» hatte mehr nach Blues und echtem Rock geklungen und damit einige treue Fans vor den Kopf gestossen. Als dann noch der Schlagzeuger seine eigenen Wege gehen wollte, schien das Ende eines weiteren vielversprechenden Basler Musikexports in greifbarer Nähe.

Gehöriges Mass Opferbereitschaft

Doch genauso wie sie sämtliche Aufnahmen selber machen, kümmerten sie sich auch frühzeitig um einen Nachfolger. Martin Chramosta wurde langsam mit dem Material vertraut gemacht – erst dann durfte der alte Schlagzeuger gehen. «Man muss erkennen, wenn man auf eine Band trifft, die solche Möglichkeiten hat», sagt Bassist Näf.

Genau vor einem Jahr gaben sie in der Schüür in Luzern ihr erstes Konzert in nunmehr vierköpfiger Besetzung. Es sei ein harter Wechsel gewesen, beschreibt Näf diese Zeit. Altes Material einstudieren und gleichzeitig an neuen Songs werkeln: Dazu brauche es ein gehöriges Mass an Opferbereitschaft. Doch das bringen die neuen Mitstreiter definitiv mit: «Es ist wieder eine ganz andere Energie vorhanden.»

Zwei Wochen Live-Aufnahme

Das neue Album «Loverboy» entstand dann auch in einer intensiven zweiwöchigen Live-Aufnahme. Will heissen: Die ganze Band spielte gemeinsam alles ein und korrigierte im Nachhinein dort, wo es unumgänglich war. Jari hängte dann gleich noch achtundzwanzig Tage für Mix und Mastering an und dann war «Loverboy» nach nur 42 Tagen geboren. Für so einen Kraftakt braucht es wirklich eine gute Bandmoral.

Er selbst könne nicht nachvollziehen, warum die andern Bandmitglieder gegangen sind, erzählt Näf. So etwas wie Navel finde man nicht so schnell, das müsse man schon irgendwie wertschätzen. Allerdings bedeutet bei Navel spielen auch, sich dem Genie des Bandleaders Jari Altermatt unterzuordnen– und dies scheint nicht allen gegeben zu sein, zumal man auf Tour immer sehr eng aufeinander lebt.

«Neo Noir» ist eine Lieblingsplatte

Näfs Bewunderung ist jedoch ungebrochen. Wenn er seine zehn Lieblingsplatten auswählen müsste, wäre «Neo Noir» definitiv dabei. Obwohl er selbst damals noch gar nicht mit von der Partie war. Mit der neuen CD aber wird auch das Wirken der neuen Navel endlich kauf- und hörbar sein. Am 8. Februar kommt sie in die Läden und schon jetzt sind Navel wieder auf Tour. Heute Abend gibt es deshalb eine geballte Ladung Navel-Rock in der Kaserne, bevor es dann weiter nach Berlin in den Rockpalast geht.

Navel heute Abend in der Kaserne Basel, 21 Uhr, 20 Franken Eintritt.