Diebische Hobbygärtner

Basler Schrebergärtner klauen den Splitt

(Symbolbild)

Hoher Splittbezug in den Basler Schrebergärten.

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Mehr Salzsole und weniger Standorte für Streu-Kies sieht das Konzept der Stadtreinigung vor. Und Schutz vor Hobbygärtnern.

In einigen Basler Schrebergärten scheint es Kiesplätze aus Staatskies zu geben. Oder aber selbiger diente zum Einebnen des Bodens, bevor Platten verlegt wurden. Genau weiss man es nicht. Aber in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von SP-Grossrat Jörg Vitelli schreibt das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD): «Sechs Standorte in der Nähe von Schrebergärten mussten leider aufgehoben werden.»

Und zur Begründung heisst es: «Der Splittbezug an diesen Kisten war so hoch, dass die Stadtreinigung davon ausgehen musste, der Splitt werde für andere Zwecke als für den gedachten Gleitschutz abgeholt.» Vitelli hatte angefragt, weshalb es weniger der Splittkisten gebe, weshalb also Anwohner weiter laufen müssen, um den Splitt zu holen und den gesetzlich vorgeschriebenen Winterdienst vor ihren Liegenschaften zu verrichten.

Schuld daran tragen aber nicht nur diebische Hobbygärtner, sondern auch die Stadtreiniger selber: Sie wollen laut Aussage des BVD die Splittkisten möglichst bei den Wertstoffsammelstellen haben. So lässt sich die Kontrolle der einen mit der Leerung der anderen kombinieren.

Es sei nach wie vor eine «flächendeckende Abdeckung der Stadt» gewährleistet. Allerdings nicht so, wie sich Vitelli das wünschen würde. Der schlug in seinem Anzug nämlich vor, dass man in der Stadt nirgends weiter als 200 Meter bis zur nächsten Kiste laufen müsse. Das sei weder geplant noch realistisch, heisst es nun. Die Stadtreinigung selbst setze seit zwei Jahren vermehrt auf das Versprühen von Salz-Sole. Das sei effizienter und umweltschonender als Streu-Salz. 

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Autor

Nicolas Drechsler

Nicolas Drechsler

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