Haimelig, haimelig, dieses «Im Heimatland». Da wird für einmal am Fernsehen nur Baseldytsch gesprochen. Und ein wenig gebaselbietert. Da spielen die Szenen im Hirzbrunnenquartier, da sieht man altbekannte Gesichter unter den Statisten. Die Schauspielerinnen Rinalda Caduff, Charlotte Heinimann und Dominique Lendi und dazu Roland Herrmann gründen eine WG. Kommt ihnen diese Truppe irgendwie bekannt vor? Zu Recht: 15 Jahre nach dem Ende von «Café Bâle» im nationalen Fernsehen feiern die Grössen des Basler Volkstheaters ein Wiedersehen auf dem Bildschirm.

Allerdings nicht mehr in einem Café am Barfüsserplatz, sondern in einer Wohnung im Hirzbrunnen. An der Strasse mit dem titelgebenden Namen – «Im Heimatland» eben.

Szene aus der ersten Folge «Im Heimatland»

Szene aus der ersten Folge «Im Heimatland»

Störfaktor im Bildschirmeck

Das Einzige, das den lokalpatriotischen Genuss dieses audivisuellen Erlebnisses stört, ist das Senderlogo: Man kann die Serie wahlweise auf «Tele Bärn», «Tele Züri», «TV 24» oder «Tele M1» schauen. Nicht aber auf dem Sender, der für eine so lokale Serie prädestiniert scheint, auf «Telebasel» nämlich.

«Das ist kein Votum gegen diese Sendung», sagt Telebasel-Geschäftsführer Dominik Prétôt. Er, der einst selbst als Statist bei «Café Bâle» im Einsatz stand, hat Sympathien für die Neuauflage. Aber es sei eine Frage der Finanzierung. «Wir wurden angefragt, ob wir die Sendung produzieren wollen, mussten uns aber dagegen entscheiden.» Bei der Vorgängersendung im nationalen Farbfernsehen war übrigens auch der heutige Stiftungsratspräsident von «Telebasel» beteiligt. Roger Thiriet schrieb an den Drehbüchern mit. Aber das ist lange her und so läuft «Im Heimatland» nun eben auf den Sendern der AZ-Mediengruppe, zu der auch die bz gehört.

Exklusivität geht vor

Prétôt versteht gut, dass es im ersten Moment komisch wirkt, dass eine Basler Serie nun eben nicht auf «Telebasel» zu sehen ist. «Aber es stellt sich natürlich, neben jener nach der Finanzierung, auch die Frage ‹wenn es sowieso schon überall läuft, muss es dann bei uns auch noch laufen?›» Da man die Gewährleistung der Produktionsfinanzierung alleine nicht habe leisten können, habe dann eben die AZ-Gruppe mit ihren grösseren finanziellen Möglichkeiten zugeschlagen. Ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt sei wohl nicht sinnvoll. Dies wohl auch angesichts der derzeitigen Umstrukturierung von «Telebasel», die viel Ressourcen bindet.

Die Serie ist in der Tat relativ aufwendig produziert und dementsprechend wohl auch einigermassen teuer. Nun wird sich zeigen, ob sie am gleichen Problem kranken wird, wie einst «Café Bâle», das seine Fans vor allem ausserhalb von Basel hatte. Hiesige Fans müssen sich damit abfinden, dass sie in Zukunft mindestens einmal pro Woche «Telezüri» schauen müssen.

Hier können Sie die erste Folge anschauen:

«Im Heimatland» – Folge 1: Finanzkrise

«Im Heimatland» – Folge 1: Finanzkrise

Im Heimatland ist der Teufel los. Sophia, Rosie und Paula bekommen die Kündigung für ihre Wohnung. Der Vermieter, Herr Rosen, hat die Hausverwaltung seinem Sohn übertragen und dieser will vor allem mehr Geld. Was also tun? Sophia hat sich an der Börse verspekuliert . Neue Einnahmequellen müssen her. Eine Neue Mitbewohnerin? Gar nicht so einfach.