Die Basler Silvesterfeier ist das einzige offizielle Fest, an dem Gratis-Alkohol ausgeschenkt wird. Das weist auf die besondere Konstellation hin: Obwohl das Fest offiziellen Charakter hat, wird es von Privaten organisiert. Die Basler Regierung hat zwar beschlossen, ab diesem Jahr jeweils 30'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds zu zahlen. Das ist die Hälfte der Kosten für das Feuerwerk. Trotzdem hat der Kanton nicht den Lead übernommen. Dieser bleibt in den Händen des pensionierten Basler Bijoutiers Michele Parini, der das Feuerwerk im Jahr 2000 lanciert und seither mitfinanziert hat. Parini kündet seit Jahren an, dass er die Silvesterfeier zum letzten Mal sponsert. Nach jedem letzten Mal folgt jedoch ein weiteres letztes Mal. Mit der Ankündigungsstrategie übt Parini geschickt Druck auf die Kantone aus.

Vor einem Jahr sprach die Baselbieter Regierung deshalb einen einmaligen Beitrag von 20 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. Und nun reagierte die Basler Regierung, indem sie ihren bisherigen Beitrag um 10 000 Franken aufstockte. Parini reduzierte seine Ausgaben. An der Finanzierung beteiligt ist zudem das Hotel Trois Rois, das seinen Gästen zu Silvester ein Galadiner für 500 Franken pro Person mit bester Sicht auf das Feuerwerk verkauft.

Hoteldirektor Reto Kocher sagt, dass er das Feuerwerk aus Goodwill für die Stadt mitfinanziere. Er überlässt Parini aber das Sagen: «Das Feuerwerk ist Parinis Baby. Es geht auch darum, ihn glücklich zu machen.» So kam es, dass der Ex-Bijoutier vom Hauptsponsor zum Juniorpartner wurde, aber weiterhin bestimmt, welche Firma den Zuschlag für das Feuerwerk erhält. Es ist die Luzerner Bugano AG, die Parinis Freund Toni Bussmann gehört. Dieses Jahr erhielt Parini auch eine günstigere Offerte vom Verein Feuerkunst aus Lausen, einem Zusammenschluss von regionalen Pyrotechnikern. Präsident Claudio Speiser sagt: «Wir sind der Meinung, dass es nicht zwingend nötig ist, Grossfeuerwerke einzukaufen, wenn es qualifizierte Anbieter aus der Region Basel gibt.»

Ab 2014 müssen Pyrotechniker eine Lizenz haben, um Grossfeuerwerke zu zünden. Die Raketen des 1.  Januars sind somit die ersten, die unter die neue Regelung fallen. Die Pyrotechniker aus Lausen und Umgebung haben die entsprechende Ausbildung absolviert und sind seit Jahren unter anderem für das 1.- August-Feuerwerk von Liestal verantwortlich. Marcel Meier, Leiter Grossevents im Präsidialdepartement, erklärt, weshalb die regionalen Anbieter in Basel nicht den Zuschlag erhielten: «Wir haben die Offerten nach qualitativen und quantitativen Kriterien verglichen.» Damit sind die Anzahl und die Effekte der Schüsse des Feuerwerks gemeint. «In beiden Kriterien hat die Offerte der Firma Bugano AG besser abgeschnitten», sagt Meier.

Die regionalen Pyrotechniker haben eine andere Vorstellung, was ein gutes Feuerwerk ausmacht. «Landläufig gilt die Meinung, dass ein Feuerwerk möglichst viele Schüsse haben und möglichst grosskalibrig sein muss», sagt Speiser. Dabei könne man auch mit weniger Effekten, die länger am Himmel bleiben, ein genau so schönes Feuerwerk machen, meint er.

Im nächsten Jahr werde der Verein wieder eine Offerte einreichen. Senkt der Bijoutier seinen Beitrag weiter, könnte das regionale, günstigere Angebot künftig anders beurteilt werden.