Regierungsratswahlen
Basler SP erwartet einen heissen Wahlkampf gegen bürgerliche Herausforderer

Eva Herzog, Christoph Brutschin und Hans-Peter Wessels der Basler SP treten zur Wiederwahl in den Regierungsrat an. Auch wollen sie auf keinen Fall das Amt des Stadtpräsidenten den Bürgerlichen überlassen.

Benjamin Rosch
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Sind zufrieden mit sich: Hans-Peter Wessels, Brigitte Hollinger, Christoph Brutschin und Eva Herzog.

Sind zufrieden mit sich: Hans-Peter Wessels, Brigitte Hollinger, Christoph Brutschin und Eva Herzog.

Roland Schmid

Die SP stellt sich ein gutes Zeugnis aus. Dies ist die wichtigste Erkenntnis der gestrigen Pressekonferenz. An dieser wollten die Sozialdemokraten informieren, welche Kandidaten sie für die Regierungsratswahlen vom kommenden Herbst aufstellen. Gleich vorweg: Eine handfeste Überraschung wie die Grünen, die mit einer Verzichtserklärung von Regierungspräsident Guy Morin aufwarteten, hielt die wählerstärkste Partei im Kanton nicht bereit. Ginge es nach der Parteileitung, bliebe alles beim Alten. Sprich: Eva Herzog, Christoph Brutschin und Hans-Peter Wessels treten zur Wiederwahl an. Oder wie es Christoph Brutschin formulierte: «Ich habe grosse Lust auf diese Arbeit und dies noch lange.»

Für die beiden Letztgenannten wäre es die dritte Legislatur, Herzog bekleidet das Amt bereits seit 2004. Alle drei zogen gestern Bilanz über die Entwicklungen in ihren Departementen und kamen zu einem durchweg positiven Fazit: mehr Arbeitsplätze, mehr Einwohner, mehr Lebensqualität, viel Geld, viel nationaler Einfluss und ganz besonders viel Harmonie zwischen den rot-grünen Exekutivmitgliedern.

Man wolle unbedingt an der seit 11 Jahren andauernden Vormachtstellung von Linksgrün festhalten, betonte Parteipräsidentin Brigitte Hollinger. «Die bürgerliche Partei, die Anspruch auf den siebten Sitz erhebt, braucht es in der Basler Regierung nicht», griff sie die SVP an. Wie diese zu den Wahlen antreten will, ist indes noch unklar, in Position gebracht hat sich bislang einzig Dauerbrenner Patrick Hafner. Brutschin sagte zur SVP: «Wir nehmen dieses Duell sehr gerne an, ich mag es, wenn’s dampft in der Küche.» Von Kampf kann allerdings noch keine Rede sein: Die Partner Grünes Bündnis und BastA! haben noch nicht bekannt gegeben, welche Kandidaten sie auf die Liste setzen.

Heisser Brei Präsidium

Von diesen Namen soll gemäss Hollinger auch abhängen, ob die SP einen Kandidaten für das Präsidium des scheidenden Guy Morin nominiert, oder ob sie einen parteifremden Bewerber aus dem linken Spektrum unterstützt. Davon ist allerdings nicht auszugehen. Viel wahrscheinlicher ist die Kandidatur von einem der drei Bisherigen. Auf keinen Fall will man dieses prestigeträchtige Amt den Bürgerlichen überlassen. Alle drei wollten sich gestern jedoch nicht auf die Äste lassen. Sie beteuerten, ihr aktuelles Departement sei spannend und hoben dessen Herausforderungen in der Zukunft hervor. Allerdings, stimmten sie überein, stelle auch das Präsidialdepartement eine reizvolle Aufgabe dar. Ein definitiver Entscheid ist laut Hollinger in der nächsten Woche zu erwarten, wenn die Gespräche mit den Grünen und BastA! beendet sind. «Diese werden aktuell sehr intensiv geführt», sagte Hollinger.

Die drei Regierungsräte liessen sich wenig in die Karten blicken, was ihre eigene Gefühlslage anbetraf, sondern demonstrierten vor der versammelten Lokalpresse die Einheit. So reagierte beispielsweise Herzog ziemlich ungehalten auf die Frage einer Journalistin, ob ihr die Entscheidung, erneut zu kandidieren, schwergefallen sei.

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