Wer einen sicheren Job möchte, sollte in die Pflege: Pro Jahr braucht die Schweiz etwa 4700 Pflegefachleute. Das haben gemäss «NZZ am Sonntag» die kantonalen Gesundheitsdirektoren errechnet. Nur: Pro Jahr schliessen an den Schweizer Fachhochschulen gerade mal 3000 Pflegefachleute ab.

Es entsteht eine Lücke, die nicht einfach mit ausländischem Personal gedeckt werden kann. Insbesondere im Notfall und in den Intensivstationen fehlt es an qualifizierten Leuten. Einerseits, weil es oft Zusatzqualifikationen braucht. Andererseits, weil es sich um einen hochanspruchsvollen Job handelt, bei dem es zu jeder Tages- und Nachtzeit buchstäblich um Leben und Tod geht. Laut der «NZZ am Sonntag» haben viele Spitäler Mühe, geeignetes Personal zu finden, welches dann auch erhalten bleibe.

Nicht so offenbar in der Region Basel. Am Unispital bestätigt man zwar, dass die Suche nach geeigneten Angestellten nicht einfach sei. «Am schwierigsten zu besetzen sind die Pflegefachstellen im Operationsbereich und in der Intensivpflege», sagt Sprecher Martin Jordan. Allerdings habe sich die Situation dort in den letzten Monaten «deutlich entspannt». Derzeit gebe es keine hohe Zahl an offenen Stellen und der Betrieb laufe normal. Wegen zu wenig Personal habe jedenfalls nie eine Operation verschoben werden müssen.

Prämie für die Vermittlung

Ähnlich klingt es auch beim Claraspital und beim Kantonsspital Baselland (KSBL): «Wir haben alle Stellen im Bereich Notfall besetzt», lässt die Kommunikationsabteilung des Claraspitals verlauten. Das KSBL verweist auf langjährige treue Mitarbeiter im Notfall, räumt aber ein, dass Pflegefachleute für die Intensivstation fehlen. «Es besteht schweizweit ein Mangel», sagt Sprecherin Christine Frey.

Die Frage, die sich stellt, ist, was die regionalen Spitäler – die oft genug in der Kritik stehen – besser machen als ihre Konkurrenten in anderen Landesteilen. Martin Jordan vom Uni-Spital sagt, dass man gezielte Personalmassnahmen getroffen habe. So werde professionell rekrutiert und «punktuell» habe es auch «Lohnanpassung» gegeben. Zudem habe man Berufseinsteiger gezielt unterstützt. Das KSBL ist noch offensiver unterwegs: Seit kurzem wird eine Prämie für die erfolgreiche Vermittlung eines Spezialisten ausbezahlt. «Das Angebot einer Vermittlungsprämie wurde allen Mitarbeitern kommuniziert», sagt Sprecherin Frey. Damit macht es das KSBL dem Uni-Spital Zürich und dem Kantonsspital St. Gallen nach. Auch hier werden Prämien ausbezahlt. Ob das wirklich etwas bringt, wird sich zeigen. Das Kantonsspital Graubünden hat einen ähnlichen Versuch abgebrochen, weil es keinen Erfolg hatte.

Klar ist: Spitäler müssen nicht nur um ihre Ärzte, sondern vermehrt auch um ihre Pfleger kämpfen.