Herr Oliva, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung als «Best Electronica DJ», die Sie an den Swiss Nightlife Awards überreicht bekamen.

Andrea Oliva: Danke, aber ich sehe das Ganze etwas differenziert. Auszeichnungen werden überbewertet, wir sind schliesslich keine Sportler. Andere Künstler hatten sicher auch ein gutes Jahr, ich war vielleicht einfach etwas produktiver und der Hype war grösser. Aber ich freue mich darauf, den Preis mit meinen Freunden zu teilen, die mich seit 20 Jahren unterstützen.

Sie surfen unbestreitbar auf einer Erfolgswelle. Eben erst haben Sie zur grössten Künstleragentur, der William Morris Agency, gewechselt. Was erhoffen Sie sich davon?

Der Wechsel ist ein krasser Schritt. Ich bin jetzt in derselben Agentur, die auch Jay-Z betreut. Das ist das Nonplusultra. Jetzt werde ich an jedem grossen Festival spielen, habe ein Team, das sich nur um mich kümmert. In Fussballsprache gesagt habe ich vom FC Basel zum FC Barcelona gewechselt. Das zahlt sich jetzt schon aus.

Inwiefern?

Es ist alles viel strategischer und professioneller geplant. Ich muss nicht mehr wie noch im letzten Sommer an einem Tag an diverse Orte fliegen. Ausserdem wurde ich für zwei der grössten Festivals, das Ultra Music Festival in Miami und das Tomorrowland, gebucht.

Durch den Wechsel haben Sie sich von Ihrem Ziehvater, DJ Luciano, losgelöst.

Zugegeben, das war schon schwer. Der Zeitpunkt des Wechsels und des Umbruchs war aber perfekt. Bei Luciano Cadenzas Familie war ich nur ein Teil von vielen, jetzt bin ich selbstständiger. Es ist der richtige Zeitpunkt, mich um meine eigenen Projekte zu kümmern und meine Träume zu verwirklichen.

Sie reisen durch die ganze Welt. Wo befinden Sie sich gerade?

Jetzt bin ich zu Hause (Oliva wohnt in Möhlin, Anm. d. Red.) am Kochen.

(Quelle: Youtube.com)

So tönt Andrea Oliva

Wenn Sie in der Schweiz sind, legen Sie oft im Nordstern in Basel auf, welches Sie mal als Ihren Lieblingsclub bezeichnet haben.

Und das ist es auch jetzt noch. Ich bin mit dem Besitzer Agron Isaku aufgewachsen. Als ich mit 15 Jahren anfing aufzulegen, und bis 24 kein Autobillett hatte, chauffierte er mich ständig umher. Aber nicht nur er, das ganze Team ist wie eine Familie für mich. Deshalb feiere ich heute auch meinen Geburtstag im Nordstern und lege gleich selber auf.

International spielen Sie oft auf Ibiza.

Ich habe im Ushuaia Club mit «ANTS» sogar meine eigene Party. Zusammen mit meinem Management produziere ich eine Party.

Welches war Ihre beste Party?

Das kann ich nur schwer sagen. Jede Party ist speziell. Als ich das erste Mal im Kosovo aufgelegt habe, habe ich mir aber gedacht: «Wow, so was habe ich noch nie erlebt!» Das war eine der besten Partys, die ich je gespielt habe.

Ist der Beruf DJ ein Traumjob?

Das Reisen gefällt mir gar nicht. Ich sitze nicht gerne jeden Tag in einem Flugzeug. Alles andere ist aber ein absolutes Geschenk. Es ist meine Passion.

Was für Musik hört jemand, der den ganzen Tag selber welche produziert?

Das Gegenteil von dem, was ich auflege. Früher habe ich viel Hip-Hop, Nirvana und Rage Against the Machine gehört. Heute mag ich die Rockmusik von Radiohead.