Die private Initiative entstand vor 21 Jahren in der Kunsthalle. Die Idee: Einmal im Jahr Basler Persönlichkeiten auszuzeichnen, die Leistungen erbringen, die über die Stadt hinausstrahlen. Der 21. Basler Stern wurde gestern vor 200 Personen im Kultkino Atelier am Theaterplatz verliehen.

Bevor Hans-Peter Platz, der seit Bestehen des Preises die Laudatio hält, den Schleier über den diesjährigen Preisträger lüftete, liefen über die Kinoleinwand Fotos seiner Vorgänger. Den diesjährigen Basler Stern erhielt Peter Gloor als Gründungsvater und Ehrenpräsident der Regio Basiliensis.

«Man kann einer juristischen Persönlichkeit keinen Orden anhängen. Die Ehrung geht im Grunde an die Regio Basiliensis», sagte der 89-jährige Jurist. Angefangen hatte alles im September 1961 mit einem Gastbeitrag von Hans Briner in den Basler Nachrichten. Der Titel: «Wird Basel zur Provinzstadt?» Er forderte eine Zukunftsplanung für die ganze grenzüberschreitende Region am Oberrhein. Dies mündete 1963 in der Gründung der Regio Basiliensis.

Der Visionär Briner und der Brückenbauer und «Botschafter im trinationalen Aussendienst» Gloor trugen entscheidend dazu bei, dass die Regio Basiliensis im Laufe der Zeit «praktisch zum Aussenministerium der ganzen grenzüberschreitenden Region» wurde.

Die Kooperation «der drei Randgebiete sei ein Sachzwang», verkündete Peter Gloor beim «Regiogipfel» von 1989 vor den Staatschefs von Deutschland, Frankreich und der Schweiz, wie ein Beitrag des Schweizer Fernsehens im Kino zeigte. Mitterand, Kohl und Delamuraz waren per Zug in den Bahnhof SBB eingefahren. Gloor verriet, dass der französische Präsident den TGV nach der Anreise über den Euro-Airport erst in Saint-Louis bestiegen hatte.

Der Preis für Gloor ist auch ein Zeichen gegen «Abschottungstendenzen im angeblich weltoffenen und urbanen Basel», wo wegen Währungsdifferenzen «geradezu Phobien in Sachen Einkaufsverhalten» entstehen. Es ist ein Plädoyer «für den selbstverständlichen und ungehinderten Austausch von Waren und Menschen in unserer Region, für eine gelebte Normalität für eine Million Menschen im Dreiland», so Platz.