Am Festakt bedankte sich Pieth für die grosse Ehre. Sie freue ihn umso mehr, als dass er noch vor einigen Jahren in England gewissermassen „Persona non grata“ war. Pieth war im OECD-Antikorruptionsausschuss und spielte eine wichtige Rolle in der Aufarbeitung des Skandals bei der Lieferung von britischen Kampfflugzeugen an Saudiarabien. Hochrangige Beamte in der Regierung Blair wollten „diesen komischen Professor“ aus Basel möglichst rasch loshaben. Heute, so lobte Pieth am Mittwoch, habe England die schärfste Anti-Korruptionsgesetzgebung der Welt. Dafür bewundere er Grossbritannien.

Oder habe er die Auszeichnung für seine Mitarbeit bei der Fifa-Reorganisation erhalten? Angesichts des beschränkten Erfolges wohl eher nicht, meinte er ironisch, projizierte ein Pressebild von ihm und Fifa-Chef Sepp Blatter auf den Screen und fügte bei: „Stellen Sie doch sicher, dass die Auszeichnung an die richtige Person geht... Der andere hat schon genügend Preise bekommen.“

Die Uni Sussex hat Pieth durchaus auch mit einem Hintergedanken geehrt: Man weiss um das Antikorruptions-Know-How der Fakultät und dem Institute on Governance in Basel. Die Uni Sussex sei  deshalb auch an einer Zusammenarbeit mit Basel interessiert, sagte Politik-Professor Dan Hough am Rande der Jahresfeier der erst 50 Jahre alten Uni. Als erstes kleines Projekt sind gegenseitige Besuche von Studierenden angedacht.

Auch Basel dürfte profitieren. Die Uni Sussex ist unter anderem stark im Bereich Politikwissenschaften, Soziologie und Recht.