36 Prozent der meistgesehenen «Youtube»-Videos zu Hauterkrankungen richten potenziell Schaden an. Gemäss einer Studie des Universitätsspitals Basel zeigt sich, dass Selbstdiagnosen oder Therapieempfehlungen via Internet unzuverlässig sind. Ekzeme, auch bekannt als Neurodermitis, betreffen weltweit etwa 20 Prozent der Kinder und rund 2 Prozent der Erwachsenen. Auf der Videoplattform Youtube finden sich tausende Videos zu diesem Thema.

Eine Studie von Dermatologen um Oberarzt Simon Müller hat die Qualität der Informationen in den 100 meistgesehenen Videos auf Youtube untersucht und kommt zum Schluss, dass 46 Prozent der Videos «irreführend» sind und 36 Prozent als «potenziell schädigend» eingestuft werden müssen. So wurden zum Beispiel Ekzem-Patienten nicht nur ermutigt, unnötige Diäten wie etwa die Vermeidung von Milchprodukten oder Gluten einzuhalten. Es wurden auch potenziell schädigende Hautbehandlungen und Lichttherapien empfohlen.

50 Prozent der Videos stammten von Vertreibern alternativer Behandlungsmethoden und nur knapp 30 Prozent von Institutionen aus dem Gesundheitsbereich oder von Universitäten. Die Studie kommt zum Schluss, zwei Drittel der Videos seien von minderwertiger oder sehr minderwertiger wissenschaftlicher Qualität. Entscheidungen sollten deshalb nicht nur aufgrund von Youtube-Videos getroffen werden, sagt Studienleiter Simon Müller.