Soup&Chill

Basler Suppenküche mit neuem Wohnzimmer

Soup&Chill-Geschäftsführerin Claudia Adrario de Roche freut sich über die neuen Lokalitäten an der Solothurnerstrasse 8.

Soup&Chill-Geschäftsführerin Claudia Adrario de Roche freut sich über die neuen Lokalitäten an der Solothurnerstrasse 8.

Bis zu 90 Randständige pro Tag kriegen in der neuen Suppenküche im Gundeli eine warme Mahlzeit. Rund 90 Gäste werden pro Tag verköstigt, während fünf Monaten gibt es eine reichhaltige Suppe.

Der Begriff «Wohnzimmer» fällt immer wieder, wenn Claudia Adrario de Roche über den Verein Soup&Chill und dessen Philosophie spricht. Im Zentrum stehen dabei die bis zu 90 Gäste am Tag. Es sind dies Menschen, die in der Stadt Basel auf der Strasse leben – vor allem in der Gegend des Bahnhofs SBB. Die Vereinspräsidentin und ihre Mitarbeitenden organisieren den Betrieb, in dem es ausser an Heiligabend während fünf Monaten täglich von 17 bis 21 Uhr gratis eine reichhaltige Suppe gibt.

Vom Bahnhof weglocken

Seit Donnerstag zieht es die Randständigen – für das Team von Soup&Chill sind es einfach willkommene Gäste, an die Solothurnerstrasse 8 im Gundeli. Dort hat der Verein neue Räumlichkeiten bezogen, die den SBB gehören. Claudia Adrario de Roche ist mit dem neuen Lokal hochzufrieden. «Wir befinden uns in der Nähe des Bahnhofs, wo sich unsere Gäste in den Abendstunden zumeist aufhalten. Wir wollen sie zum Essen und zum gemütlichen Beisammensein bei uns einladen und so vom Bahnhof wegholen.»

Auch in leerem Zustand ist die Wohnzimmer-Atmosphäre in den neuen Räumlichkeiten schon vor Eröffnung spürbar. Adrario de Roche hofft, dass dies dann auch wirklich Tatsache wird. Am vorherigen Standort neben dem Meret-Oppenheim-Platz, wo der Verein Soup&Chill vier Jahre lang in einem 90 Quadratmeter grossen Container zu Hause war, machte dieses Wohnzimmergefühl das ganz spezielle Flair aus. Die Vereinspräsidentin ist SP-Regierungsrat Christoph Brutschin dankbar, dass er sie bei der Suche nach einer neuen Lokalität so unterstützt hatte. «Herr Brutschin hat verstanden, wie wichtig Soup&Chill für die Betroffenen und die Stadt ist», lobt Adrario de Roche den Basler Wirtschaftsdirektor.

Dritte Lokalität in sechs Jahren

Es ist in der sechsjährigen Geschichte bereits die dritte Lokalität, die der Verein bezieht. Angefangen hat alles an der Güterstrasse 125 in einer Abbruchliegenschaft. Der darauf folgende Container versprühte viel Charme, stiess aber aufgrund der zunehmenden Nachfrage an seine Grenzen. Denn schon bald nach der Gründung von Soup&Chill zog das Angebot immer mehr Gäste an. Die Betreuer nahmen die Gäste in die Verantwortung und banden sie in Arbeitsprozesse ein.

Rüsten, Kochen, Abräumen, Abwaschen und Putzen – das Konzept funktioniert seit sechs Jahren bestens. «Ein Verantwortungsgefühl, das die meisten von unseren Gästen einmal hatten, bekommen sie bei uns teilweise zurück», sagt Adrario de Roche. Dies unterscheidet Soup&Chill von gewöhnlichen Essensangeboten für Randständige.

Für den Verein und dessen Existenz wird wichtig sein, sich alsbald in der neuen Umgebung heimisch zu fühlen. Die Präsidentin weiss, wie wichtig die Akzeptanz ist. «Deshalb haben wir 200 Einladungen an Anwohner verschickt, damit sie an das Benefizkonzert und den Tag der offenen Tür morgen Sonntag kommen.» Das soziale Kulturprojekt «3-Klang» präsentiert von 12 bis 16 Uhr stündlich Lesungen und musikalische Beiträge verschiedenster Natur.

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