Das Ende der «Tageswoche» wurde am Montagabend per Medienmitteilung verkündet. Die Schliessung erfolge auf Entscheid des Stiftungsrats der Stiftung für Medienvielfalt in Basel hin, dem der Entscheid laut Mitteilung leid tue, «auch wenn sie unvermeidlich ist».

Dem Medienprojekt ging das Geld aus. Alle Beteiligten müssen feststellen, «dass die für den Erhalt der ‹Tageswoche› in ihrer aktuellen Form notwendige massive Steigerung der Einnahmen nicht möglich ist in einer Zeit, in der alle Medien mit schwindenden Einnahmen aus Inserateverkauf und Abonnements kämpfen.» Die eine Million, die künftig von der Stiftung pro Jahr in Aussicht gestellt worden war, reiche nicht aus, um das verbleibende Defizit zu decken.

Die bestehenden Arbeitsverhältnisse werden aufgehoben, wie es weiter heisst, ein grosszügiger Sozialplan federe die daraus entstehenden Härten ab. Rund 30 Mitarbeitende stehen vor der Entlassung. Die Betreiberin der «Tageswoche», die Neue Medien Basel AG, werde liquidiert. Dafür stellt die Stiftung ein neues Medienprojekt in Aussicht, das bestenfalls schon 2019 starten solle.

Stiftungsratspräsident: Sinnvoller, jetzt zu beenden

Schon seit längerem waren die finanziellen Probleme des siebenjährigen Medienprojekts bekannt. Insbesondere nachdem die geldgebende Stiftung beschlossen hatte, die Unterstützung deutlich zurückzufahren. Die wegfallenden Einnahmen durch Abos oder Inserate zu kompensieren, war die «Tageswoche» trotz grosser Bemühungen und mehrfachen Hilfeaufrufen nicht in der Lage.

Es sei sinnvoller, das Unterfangen jetzt zu beenden, als der drohenden Schliessung lange zuzuschauen, sagt Stiftungsratspräsident Andreas Miescher auf Anfrage der bz. «Persönlich», sagt er, «bin ich nicht für das Scheitern verantwortlich.» Vielmehr habe sich die ursprüngliche Idee als illusorisch erwiesen, die «Tageswoche» könne mittelfristig selbsttragend sein.

Gestartet als Reaktion auf Christoph Blocher

Gestartet war das Medienprojekt 2011 auf einen grosszügigen finanziellen Einsatz der Basler Roche-Erbin Beatrice Oeri hin. Die «Tageswoche» war eine Reaktion auf die Übernahme der «Basler Zeitung» durch Christoph Blocher. Seit diesem Jahr gehört die Zeitung dem Zürcher Verlagshaus Tamedia. Erst vergangene Woche wurde dort die Nachfolge von Chefredaktor Markus Somm vorgestellt, es handelt sich um den ehemaligen Sportchef Marcel Rohr, der sich zwischenzeitlich verschiedentlich von dezidiert politisch gefärbtem Journalismus distanzierte.

Ebenfalls dieses Jahr gab ein weiteres Basler Onlinemedium auf: Barfi.ch von Christian Heeb stellte am 18. August den Betrieb ein. Dieses von Heeb selbst finanzierte Portal überlebte drei Jahre, musste aber ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. Dafür wurde ebenfalls dieses Jahr mit PrimeNews.ch vom ehemaligen BaZ-Lokalchef Christian Keller ein neues Online-Medium für die Region gegründet.