Öffentlicher Verkehr

Basler Tramnetz wird um 19 Kilometer verlängert

Das Basler Tramnetz soll in zehn bis 15 Jahren um 19 Kilometer verlängert werden.

Das Basler Tramnetz soll in zehn bis 15 Jahren um 19 Kilometer verlängert werden.

Die Baudirektionen beider Basel wollen das Tramnetz der Region für die Zukunft fit machen. Das am Mittwoch präsentierte Konzept «Tramnetz 2020» umfasst 19 neue Streckenkilometer und zeigt, wie das Netz in zehn bis 15 Jahren aussehen könnte.

Grund zum Erarbeiten von «Tramnetz 2020» habe die dynamische Entwicklung der Region Basel gegeben, sagte die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro vor den Medien; das Tramnetz sei derweil seit langem unverändert geblieben - ausgenommen einen Kilometer Neubaustrecke beim Basler SBB-Bahnhof und die im Bau befindliche Tramverlängerung nach Weil am Rhein (D).

Ausserdem gebe es Ideen und Erwartungen für Ausbauten, und das Tramnetz müsse für die Zukunft fit gemacht werden. Das von Pegoraro, dem Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels und Experten vorgelegte Konzept sieht dazu neue Tramverbindungen und die nötigen Neu- und Ausbaustrecken vor.

Neue Linien und Strecken

Erschlossen werden sollen etwa die Wohn- und Arbeitsgebiete Erlenmatt und Dreispitz in Basel sowie Salina Raurica in Pratteln BL und das Basler Hafengebiet Kleinhüningen, besser angebunden in Basel das Roche-Areal, das Stücki-Areal und Quartiere wie Gundeldingen oder Kleinhüningen. Entlastet werden soll die Innerstadt.

«Tramnetz 2020» sieht dazu Durchmesserlinien, eine Spange zwischen Leimental und Dornach SO sowie eine achtförmige Verbindung zwischen SBB-Bahnhof und Claraplatz über Wettstein- und Mittlere Brücke vor. Universität und Spitäler würden doppelt angebunden und Novartis und Roche mit den Bahnhöfen SBB, Badischer Bahnhof und St. Johann verbunden. Es gäbe Verdichtungen, Entflechtungen und anderes mehr.

Zur Umsetzung nötig wären 15 Neubaustrecken mit Längen von 0,35 bis 3,3 Kilometer sowie der Doppelspurausbau im Leimental. Ausser diesem schon in Planung sind der Margarethenstich, das Erlenmatt- Tram, die 3er-Verlängerung nach St-Louis sowie die Verbindungen zum Gebiet Salina Raurica, Stücki-Areal und Dreispitz.

Mit oder ohne Herzstück

Neu hinzu kämen Strecken durch Clara- und Petersgraben sowie zur Roche, zwischen Dreispitz und St. Jakob, zum Kleinhüninger Hafen und durch die Spitalstrasse und ein Knoten beim Schützenhaus. Ausserhalb Basels gäbe es eine 8er-Verlängerung nach Allschwil-Letten und eine Wendeschlaufe in Bottmingen BL.

Das Netz würde so um 19 auf 93 Kilomter Länge wachsen - um 25 Prozent. Umgesetzt werden könnte das Konzept in vier Etappen, wobei jede für sich ein «in sich stimmiges Tramnetz» ergäbe, wie es hiess. Entscheidend seien vor allem Margarethenstich, Claragraben und eine neue Kurve bei der Markthalle.

Die Anknüpfung ans Regio-S-Bahnnetz war eine Vorgabe. Laut den Experten würde das Konzept aber «mit oder ohne» das geplante S-Bahn- Herzstück funktionieren. Erstellt wurde es von einer Expertengruppe auf Basis von fünf Netz-Design-Studien von Planerteams aus München, Zürich, und Karlsruhe sowie von BVB ud BLT.

Jährlich etwa 50 Millionen

Investiert werden müssten gemäss einer Grobkostenschätzung etwa 500 Mio. Fr. für die schon in Planung stehenden Teile und 265 Mio. Fr. für den Rest. Bei einer Bauzeit von 15 Jahren würde dies für die beiden Basel zusammen jährlich etwa 50 Mio. Fr. ausmachen, sagte Wessels. Im Betrieb wäre etwa 10 Prozent mehr Fahrleistung nötig.

Nicht im Konzept ist ein Tram über die Johanniterbrücke in Basel, wie es von einer Volksinitiative verlangt wird. Wessels wies darauf hin, dass die Grossratskommission, bei der das Begehren derzeit liegt, zunächst das Konzept «Tram 2020» abwarten wollte. Auch dieses muss noch den politischen Entschiedsprozess durchlaufen.

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