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Basler Türken fragen sich: «Was ist denn bitteschön Baselazig?»

Orange-Plakate

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Mit neuen, kryptischen Werbeplakaten bezirzt Orange die Basler Türken. Es liegt auf der Hand, dass die Kombination der Städtenamen auf die Nationalität der am stärksten vertretenen Personen ausgerichtet ist.

In grossen orangefarbenen Lettern prangen sie zurzeit auf Werbeplakaten in der Stadt: die Fantasienamen, die für das neueste Angebot der Mobilfunkanbieterin Orange werben. Es sind Kombinationen von Schweizer Städten mit ausländischen Städtenamen. Zürichamburg, Genèvestoril und Baselazig.

Basel und die Stadt in der Türkei

Ziel der Kampagne ist es, auf die günstigen Konditionen hinzuweisen, die Orange bei Anrufen aus der Schweiz ins Ausland biete, sagt Orange-Mediensprecherin Marie-Claude Depons. «Damit ist Orange insbesondere auch für die ausländische Bevölkerung und die Bevölkerung mit Migrationshintergrund eine attraktive Mobilfunkanbieterin.»

So weit, so gut. Aber Baselazig? Wie bitte? Basel. Azig? Lazig? Elazig? Mit wem oder was wird Basel denn kombiniert? Für alle, die nicht über ein abgeschlossenes Geografiestudium verfügen, dürften hier Fragezeichen auftauchen. Orange klärt auf: Elazig heisst die Stadt, mit der Basel in Verbindung gebracht wird. Sie liegt im Osten der Türkei, zählt rund 330 000 Einwohner und ist immerhin Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Während Zürich mit der Hansestadt Hamburg kombiniert wird und Genf mit dem portugiesischen Nobel-Badeort Estoril auf Tuchfühlung geht, muss Basel mit dem hierzulande gänzlich unbekannten Elazig vorlieb nehmen. Ein Zufall? Oder nutzt Orange das Klischee, dass Basel für seine vielen türkischen Mitbürger bekannt ist? Schliesslich leben über 12 000 türkische Staatsangehörige in den beiden Basel. «Nein, wir spielen mit der Kampagne auf keine Klischees an. Wir sprechen mit den Namensverbindungen die für uns wichtigen Zielgruppen an», sagt OrangeSprecherin Marie-Claude Depons.

Werbung auch in der Türkei

Etwas anders tönt es bei der Publicis, der Werbeagentur, die die Kampagne entwickelt hat. «Die Kombination der Städtenamen ist auf die Nationalität ausgerichtet, die in der jeweiligen Region am stärksten vertreten ist. So wohnen beispielsweise im Raum Zürich besonders viele Deutsche. Mit der Headline Zürichamburg soll diese Zielgruppe direkt angesprochen werden», erklärt die Publicis auf ihrer Homepage. Laut Publicis erscheint das Inserat auf Türkisch auch in der «Hürriyet», einer der auflagenstärksten Zeitungen in der Türkei, die auch hierzulande erhältlich ist.

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