Optiswiss, führender Schweizer Hersteller von Brillengläsern, wäre lieber nicht in den Schlagzeilen. Am Mittwoch berichtete die elsässische Tageszeitung «L’Alsace», dass die Basler Firma am Freitagabend ihre Grenzgänger informiert habe, sie nicht mehr in Franken, sondern in Euro zu bezahlen. Begründet habe dies CEO Denis-André Zaugg mit dem hohen Kostendruck aufgrund des starken Frankens. Die Zeitung war von Grenzgängern informiert worden.

Diese wiesen darauf hin, dass Zaugg für den Fall, dass Mitarbeiter die neuen Zusatzverträge nicht akzeptieren, mit Kündigungen und mit der Auslagerung der Firma nach Ungarn gedroht habe.

Gegenüber der bz bestätigte der CEO die Entscheidung, Grenzgänger in Euro zu entlöhnen – und zwar zu einem Kurs von Fr. 1.20 pro Euro. «Wir müssen uns wegen des Eurokurses absichern und die Ausgaben und Einnahmen in Euro ins Gleichgewicht bringen», argumentiert Zaugg.

«Mit einem Teil der Produktion ins Ausland zu gehen, wäre die absolut allerletzte Lösung.» Die Firma macht 70 Prozent ihres Umsatzes in Euro. Der Standort in der Schweiz ist für Optiswiss, wie der Name zeigt, ein Qualitätsmerkmal. Ihn ganz aufzugeben, kann sich der CEO nicht vorstellen.

Politische Notbremse gefordert

Optiswiss wurde 1937 gegründet, befindet sich auf dem Dreispitz und beschäftigt über 200 Mitarbeiter davon 107 Grenzgänger. Der CEO betont, dass die Firma wirtschaftlich gesund sei. Laut «L’Alsace» wurden letztes Jahr ungefähr fünfzehn Personen neu eingestellt. «L’Alsace» zitierte eine Mitarbeiterin, die von der Verschlechterung des Arbeitsklimas und Reibereien zwischen Grenzgängern und anderen Beschäftigten berichtete. CEO Zaugg geht davon aus, dass 80 bis 90 Prozent der beschäftigten Grenzgänger die neuen Eurolöhne akzeptieren werden.

Einen schweren Stand hat die Gewerkschaft in dem Konflikt. Erstens ist sie laut Hansueli Scheidegger, Co-Leiter Unia Nordwestschweiz, im Betrieb nicht vertreten, auch gebe es dort keinen Kollektivvertrag. «Es sind insbesondere kleinere Firmen, die jetzt immer wieder versuchen, den Eurolohn durchzusetzen.» Scheidegger plädiert dafür, politisch die Notbremse zu ziehen. «Der Franken ist einfach zu stark.»