Basler Untersuchungsgefängnis
«Waaghof»-Aufseher nach Suizidversuch freigesprochen – doch der Fall wird weitergezogen

Nach einem Suizidversuch einer Insassin im Waaghof mussten sich vier Gefängnisaufseher vor dem Basler Strafgericht verantworten. Sie alle wurden Ende August freigesprochen. Das letzt Wort ist aber noch nicht gesprochen.

Aimee Baumgartner
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Am 24. August 2021 zogen Demonstrierende vor das Basler Strafgericht.

Am 24. August 2021 zogen Demonstrierende vor das Basler Strafgericht.

Kenneth Nars

Im Sommer 2018 sollen vier Aufseher im Untersuchungsgefängnis Waaghof nach einem Suizidversuch keine Erste Hilfe geleistet haben. Der Tatbestand damals: Fahrlässige Tötung durch Unterlassen sowie Aussetzung von Hilfeleistung. Vor rund zwei Wochen wurden sie von diesen schweren Vorwürfen freigesprochen, die Angeklagten hätten nur ihre «Sorgfaltspflicht» verletzt, so der Wortlaut des Gesichts. Nun geht die Basler Staatsanwaltschaft in Berufung, wie Sprecher Martin Schütz gegenüber «Primenews» bestätigt.

Aus «prozesstechnischen Gründen» habe sich der Anwalt von einer der damals Angeklagten ebenfalls dazu entschieden Berufung anzumelden. Wie er zu «Primenews» sagt, habe seine Klientin damit die gleichen Möglichkeiten wie die Staatsanwaltschaft, obschon sie sich bereits mit dem Freispruch zufrieden gegeben hatte. Noch unklar sei, ob die anderen drei Aufseher auch in Berufung gehen.

Fall für das Appellationsgericht

Ob es tatsächlich zu einer Verhandlung kommt, sei nach Informationen von «Primenews» allerdings noch offen. Für die involvierten Parteien sei die schriftliche Urteilsverkündung ausschlaggebend. Wird die Berufung im Anschluss daran nicht zurückgezogen, gelangt der Fall an die nächsthöhere Instanz, namentlich das Basler Appellationsgericht.

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