Basel
Basler UPK-Leiter Gerhard Ebner geht - Nachfolge-Wahl im Herbst

Der Direktor der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK), Gerhard Ebner, verlässt die UPK. Ebner habe per Ende Mai gekündigt, um wieder als Psychiater in einer Praxis zu arbeiten, teilte die UPK am Donnerstag mit.

Andreas Maurer
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Der abtretende UPK-Direktor Gerhard Ebner.

Der abtretende UPK-Direktor Gerhard Ebner.

Kenneth Nars

Mit der Amokfahrt vom März hat der Rücktritt nichts zu tun. Bereits im Januar hat Gerhard Ebner, Direktor der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel, dem Verwaltungsrat seine Kündigung eingereicht. Für den Zeitpunkt des Abgangs hat er sich zeitlich flexibel gezeigt.

Am Donnerstag hat er den Rücktritt kommuniziert, da der Fahrplan feststeht: Ebner verlässt die UPK per 31. Mai. Vorübergehend übernimmt sein Stellvertreter Andreas Windel die Führung.

Die definitive Berufung der neuen Direktorin oder des neuen Direktors sieht der Verwaltungsrat für Anfang Herbst 2012 vor.
In Ebners fünfjähriger Amtszeit haben sich die UPK stark gewandelt: Sie wurden mit der Psychiatrischen Universitätspoliklinik zusammengelegt und durch die neue Spitalfinanzierung von einem Verwaltungsbetrieb in ein selbstständiges Unternehmen umgewandelt. Erschwert wurde dieser Wandel durch langjährige Vakanzen. Der ärztliche Direktor Franz Müller-Spahn starb 2009 überraschend. Erst Anfang dieses Jahres konnte dieser wichtige Leitungsposten mit Undine Lang wieder besetzt werden. In dieser turbulenten Zeit des Umbruchs wurde Kritik an Ebners Führungsstil laut. Mitarbeiter klagten über eine Kultur des Misstrauens.

Wirft Ebner das Handtuch, weil er zermürbt ist? «Dass diese Zeit sehr anstrengend war, kann ich nicht leugnen. Dass es bei solchen Umwandlungsprozessen zu Irritationen kommt, ist nachvollziehbar», entgegnet er. Zermürbt sei er aber keineswegs.

Wäre er länger geblieben, wenn die Umwandlung harmonischer abgelaufen wäre? «Nein, wer mich kennt, weiss, dass ich immer neue Herausforderungen suche.» Zu seinen Fehlern steht er: «Bei derart gewaltigen Aufgaben unter derart schwierigen Umständen macht man nicht einen Fehler, sondern viele Fehler.» Im Nachhinein würde er vieles anders machen.

Den Zeitpunkt für einen Abschied erachtet er jetzt als ideal: «Die wichtigsten Pflöcke sind eingeschlagen.» Auch die personellen Probleme seien auf gutem Weg: «Wir haben als Reaktion auf die Kritik viele Kaderschulungen durchgeführt und dafür insgesamt gute Rückmeldungen erhalten.» Ebner stellt fest, dass in der Uni-Psychiatrie wieder eine «grosse Ruhe» eingekehrt sei.
Auch die Aufarbeitung der Tragödie vom März sei auf gutem Weg. «Ich habe mich eingebracht, die wichtigsten Schritte sind eingeleitet», sagt Ebner. Für die weitere Aufarbeitung brauche es ihn nicht mehr. In der bz von gestern legten die UPK die getroffenen Massnahmen dar.

Ebner verlässt die UPK, um sich wieder stärker seiner Praxis in Zürich zu widmen. Auch während seiner Zeit in Basel blieb die Limmatstadt sein Lebensmittelpunkt. Um den Facharzttitel nicht zu verlieren, führte er die Praxis auf Sparflamme weiter.

Der renommierte Psychiater und Psychotherapeut möchte sich ihr nun wieder hauptberuflich widmen: «Durch die Aufhebung des Praxisstopps ist das kein Problem. Arbeit ist genug vorhanden.» Ist ihm die administrative Arbeit verleidet? Auch hier widerspricht er vehement: «Ich war sehr gestalterisch tätig. Meine Devise war immer, dass ich gehen möchte, solange es mir und anderen noch leidtut.»