Basel
Basler Verein vertreibt Texte über alte Zigi-Automaten

Kultur gibts jetzt auch abgepackt in kleine Schächteli. Diese Woche wird in Basel der erste Literaturautomat aufgestellt. Für fünf Franken können sich Kulturhungrige mit geistigem Kurzfutter versorgen.

Michael Heim
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Papier statt Tabak. zVg

Papier statt Tabak. zVg

Die Idee stammt aus Düsseldorf. In alten Zigarettenautomaten werden dort bereits erfolgreich Texte vertrieben. Nun bringt der Verein Literaturautomat Basel die Idee zu uns. Eigentlich sei er von Freunden aus Düsseldorf als Autor angefragt worden, erzählt Initiant Carlo Michel. «Doch dann sagte ich mir, viel lieber mache ich selber so was.» Und er machte sich ans Werk.

Das Schwierigste sei gewesen, passende Zigarettenautomaten aufzutreiben. «Ich wollte die alten, die mit den Schubladen», sagt Michel. In der Schweiz wurde er nicht fündig, doch in Deutschland bekam er acht Stück. Sechzig Jahre alt, rostig und verstaubt. Aber funktionstüchtig, «nach etwas Arbeit», sagt Michel. Pro Schächteli gibt es sechs kleine Karten mit «Kürzestliteratur». Das könne mal Prosa sein, mal Lyrik. Bekannte Autoren kommen genauso infrage wie unbekannte Namen. Regelmässig werde das Sortiment ausgewechselt, erklärt Michel. «Immer mal wieder was anderes.»

Gestartet wird an vier Standorten, drei sind bereits bekannt: Das Unternehmen Mitte, das Eo Ipso und das Literaturhaus Basel, wo am kommenden Donnerstag ein erster Automat eingeweiht wird. Literaturhaus-Intendantin Katrin Eckert sagt, man werde versuchen, die Inhalte auch aufs Programm des Hauses abzustimmen. Etwa mit einem Lyrik-Päckli während des Lyrikfestivals. Eckert freut sich: «Statt Mary Long ziehen Sie jetzt Pedro Lenz.»

www.literaturautomatbasel.ch

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