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Basler verfolgen royale Hochzeit auf Grossleinwand

Royal-Fans konnten die Trauung von Kate und William gestern in der Messehalle bestaunen. Vor allem Briten nutzen die Gelegenheit. Die Gäste warfen sich ganz schön in Schale.

muriel mercier
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300 Royal-Fans schauen im Festsaal der Mustermesse Basel zu, wie Prinz William seiner Kate endlich den Ehering anzieht. Fotos: martin töngi

300 Royal-Fans schauen im Festsaal der Mustermesse Basel zu, wie Prinz William seiner Kate endlich den Ehering anzieht. Fotos: martin töngi

Der rote Teppich ist ausgerollt, bereit für den Empfang der Hochzeitsgäste. Dudelsack-Klänge umhüllen sie beim Betreten der Messehalle, der Duft eines Festessen liegt in der Luft. Sofort ist klar: In den nächsten Stunden passiert etwas Besonderes. Prinz William und Catherine Middleton heiraten – und ganz Basel ist live dabei. Im Festsaal wird die Märchenhochzeit auf einer riesigen goldig umrahmten Leinwand übertragen. Man könnte meinen, einige der anwesenden Damen setzen sich gleich in eine Reihe der Londoner Westminster Abbey – sie tragen Cocktailkleider und ihre Frisuren sind Kunstwerke.

Während auf der Leinwand die geladenen Könige, Kronprinzen und Prinzessinnen aus Belgien, Bulgarien, Saudi Arabien oder Malaysia in schicken Autos vorfahren, knallen im Festsaal die Korken, mit Cüpli wird fröhlich angestossen. Gareth Davies aus Wales hält eine britische Fahne in der Hand und beobachtet das Geschehen auf der Leinwand. «Ich wohne seit fünf Jahren in Basel und finde es schön und lustig, die Hochzeit von Kate und William hier gemeinsam zuschauen.» Fan von den Royals sei er nicht, aber «eine Royal Wedding ist speziell», führt der Novartis-Mitarbeiter aus. Sein Sohn Rory (17 Monate) hält seinen Teddybär fest in den Händen – er hat dem Kuscheltier einen Pulli mit dem Aufdruck einer britischen Flagge übergestülpt.

«Die Hochzeit berührt mich»

Überhaupt wird im Saal von allen Seiten her Englisch gesprochen. 70 Prozent der rund 300 Gäste sind Briten. So auch David Banner aus Sheffield, der seine Mittagspause in der abgedunkelten Halle verbringt. Er ist seit 25 Jahren in Basel: «Die Hochzeit berührt mich trotzdem. Der Gesang in der Kathedrale ist wunderschön.»

Weniger wichtig ist ihm das Brautkleid, das Williams Zukünftige trägt. Im Gegenteil zu Manuela Stasolla und deren Freundin Sadie Demiroglu. «Ich bin vor allem auf das Kleid gespannt», sagt die 20-jährige Stasolla. Sie seien hier, weil es etwas anderes sei und sie nicht wüssten, wie eine königliche Hochzeit vonstattengehe.

Langes Warten bis zum Ja-Wort

Bis zum Ja-Wort müssen die Londoner und Basler Zuschauer dann noch lange warten. Während Kate vor der Kathedrale aus dem Auto steigt, von ihrem Vater hineingeführt wird, Chorstücke gesungen werden und das Traumpaar endlich vor dem Traualtar steht, wird in der Basler Messehalle ein «englisches Hochzeitsmenü» aufgetischt. Shrimpscocktail, Roastbeef mit Yorkshire-Pudding, Pastete in Blätterteig und Hochzeitstorte. Die Stimmung ist ausgelassen, die Leute sind voller Vorfreude. Immer wieder geht Gelächter durch die Reihen, zum Beispiel als Prinz Harry vor dem Altar zu lachen beginnt, die Queen als Einzige ein Lied nicht mitsingt oder Elton John in Grossaufnahme seine Nase tief in die Noten steckt.

Plötzlich wird es mucksmäuschenstill: Kate und William schwören sich ewige Treue, die Gäste halten den Atem an. Danach folgt die Britische Nationalhymne – auch in Basel erheben sich die Anwesenden. David Banner wünscht Kate und William viel Glück: «Lady Diana war mit 19 Jahren an ihrer Hochzeit zu jung. Kate aber ist lange genug mit William zusammen und hat Unterstützung aus der Familie», ist er überzeugt.

Die Feier und somit die Live-Übertragung sind auch nach dem Kuss des frisch vermählten Brautpaares auf der Terrasse des Buckingham Palace noch lange nicht vorbei. Der britische Honorar Konsul Alan Chalmers, der die Veranstaltung in Basel initiiert hat, weiss jetzt schon, dass diese ein Erfolg ist. «Ich habe die Übertragung auf die Beine gestellt, weil nicht alle, die an der Hochzeit dabei sein wollen, dabei sein können.» Seine Erwartungen seien übertroffen worden. «Ich bin glücklich, dass so viele Menschen gekommen sind.»