Basler Vorfasnacht
Von Tinguely über Gruntz bis hin zum «Monstre» selbst: Beim Drummeli kommen Legenden auf die Bühne

Die grösste Basler Vorfasnachtsveranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Sujet «Legendär». Was sich die Formationen diesbezüglich für Auftritte überlegt haben, ist vom 11. bis 17. Februar in der Eventhalle der Messe Basel zu sehen. Ein Besuch bei den Vorbereitungen.

Aimee Baumgartner Jetzt kommentieren
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Besuch beim Drummeli-Ensemble im Klybeck.

Besuch beim Drummeli-Ensemble im Klybeck.

Bild: Juri Junkov

«Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich daran denke, dass wir in knapp zwei Wochen Premiere feiern», gesteht Drummeli-Chef Robi Schärz. «Wir haben noch einiges zu tun. Es kribbelt richtig.» Beim Besuch in den Proberäumlichkeiten auf dem Klybeck-Areal am Mittwoch zeigt sich Schärz aber auch voller Vorfreude. «Legendär» soll die diesjährige Ausgabe der grössten Vorfasnachtsveranstaltung der Stadt werden, sagte der Drummeli-Verantwortliche beim Basler Fasnachts-Comité bereits bei der Ankündigung Ende November.

Was die Formationen aus diesem Sujet machen, ist ihnen überlassen. In der Zwischenzeit wurden die speziellen Auftritte konzipiert und einstudiert, Kostüme genäht und Larven bemalt. Über 1000 Personen sind es, die vom 11. bis 17. Februar am Drummeli auftreten.

Laurent Gröflin.

Laurent Gröflin.

Bild: Juri Junkov

Für sie alle ist es ein noch unvorhersehbarer Auftritt. Denn das «Monstre» findet erstmals in der Eventhalle der Messe Basel statt. Auch für Regisseur Laurent Gröflin ist dies eine Herausforderung. «Bei der ersten Ausgabe am neuen Spielort müssen wir sicher noch einiges herausfinden. Logischerweise wird es etwas rumplig sein zu Beginn», sagt Gröflin.

Naarebaschi und Bebbi machen gemeinsame Sache

Die neue Halle sehe er aber auch als Chance für Neuerungen an. «An Kreativität mangelt es bei den Cliquen sicher nicht. Es ist toll zu sehen, was für Ansätze sie zum Sujet gewählt haben», so der Drummeli-Regisseur, der sich ab den vielen Facetten begeistert zeigt.

Die Eventhalle versprüht derzeit noch den Charme eines Flughafenterminals.

Die Eventhalle versprüht derzeit noch den Charme eines Flughafenterminals.

Bild: Kenneth Nars

Für einen Auftritt der besonderen Art sorgen die Naare-Bebbi – ein Spezialprojekt der Naarebaschi Clique und der Basler Bebbi fürs Drummeli. Michael Robertson ist bei beiden Cliquen als Pfeiferinstruktor tätig und hat den gemeinsamen Auftritt arrangiert. Dieser sei in vielen Bereichen experimentell, wie es Robertson beschreibt. So würden nicht nur sehr viele Pfeifer und Tambourinnen gemeinsam auf der Bühne stehen, sondern auch «andere Musiker».

«Ob das Konzept verhebt, zeigt sich bei der Stellprobe»

Michael Robertson.

Michael Robertson.

Bild: Juri Junkov

Zudem zeigen die Naare-Bebbi nicht einen Marsch, sondern ein musikalisches Stück. «Mir kam schon früher die Idee auf, dass man Fasnachtsmärsche im Jazz-Stil spielen könnte», sagt der Pfeiferinstruktor. Nun kann er dieses Vorhaben in die Realität umsetzen.

In Fokus stehe hier auch die Basler Jazz-Legende George Gruntz. Die von ihm geschriebenen Fasnachtsmärsche «S Nunnefirzli» und «S Ohremyggeli» werden aufgegriffen und neu interpretiert. «Wir sind noch am tüfteln», sagt Michael Robertson. «Ob das Konzept verhebt, wird sich erst bei der Stellprobe zeigen.»

Robi Schärz.

Robi Schärz.

Bild: Juri Junkov

Weitere Legenden, die am Drummeli zelebriert werden, sind laut Drummeli-Chef Robi Schärz beispielsweise Roger Federer, -minu und Jean Tinguely. Letzterer werde sogar mehrfach ins Zentrum gerückt. Über die Cliquenauftritte wollen die Verantwortlichen noch nichts verraten.

Es sind noch Tickets erhältlich

Beim Probenbesuch gab das Ensemble jedoch eine Kostprobe vom Tinguely-Rahmestiggli. Das Publikum wird mitgenommen ins Museum des Schweizer Künstlers, wo zwei Mitarbeitende des Basler Präsidialdepartements die Werke auf kulturelle Aneignung und politische Korrektheit untersuchen. Zu den Legenden aus Fleisch und Blut könne man aber auch das «Monstre» selbst als legendär betiteln, fügt Robi Schärz an.

Schätzungsweise 60 bis 70 Prozent der Billette seien unterdessen verkauft, sagt der Drummeli-Verantwortliche. «Unser Ziel ist es natürlich, alle 1270 Plätze in der Eventhalle zu füllen. Aber dafür müssen wir noch etwas Gas geben.» Robi Schärz gibt sich zuversichtlich, dass weitere Plätze weggehen: «Der Trend zeigt, dass die Leute ihre Tickets immer später kaufen.»

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