Der Widerstand war von Anfang an gross. Als die bz Mitte November erstmals über den geplanten Ausbau der Rheinfelderstrasse zwischen Pratteln nach Birsfelden berichtet hatte, geriet das rot-grüne Lager im Baselbiet sogleich in helle Aufregung. Die SP lancierte eine Petition. Eine vierspurige Schnellstrasse mitten durch den Hardwald kommt für die Gegner gar nicht infrage.

Die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion versucht seither, den Ball flach zu halten. Zwar solle die Verkehrsfläche tatsächlich vergrössert und damit der Verkehrsfluss der Strasse aus den 1950-Jahren verbessert werden, erklärte Kantonsingenieur Drangu Sehu. «Es wird aber nicht durchgehend vier Fahrspuren geben.»

Es gehe abschnittsweise um eine Busspur oder um Abbiegespuren. Eine eigentliche Kapazitätserweiterung sei gar nicht vorgesehen. Und: Es werde kein einziger Baum gefällt.

Für Ruhe haben die Baselbieter Behörden damit aber nicht gesorgt. Im Gegenteil. Nun regt sich auch in Basel-Stadt Widerstand gegen die Baselbieter Pläne. Immerhin sei der Hardwald im Besitz der Basler Bürgergemeinde, begründet Basta-Bürgergemeinderat Pierre-Alain Niklaus. Von den Aussagen des Baselbieter Kantonsingenieurs zeigt er sich «keinesfalls beruhigt»: «Vieles bleibt unklar, die Strassenbauprojekte werden vermutlich beträchtliche Auswirkungen auf den Hardwald haben.»

Trinkwasser gefährdet?

Per Interpellation fragt das Grüne Bündnis deshalb den Bürgerrat an, ob er Möglichkeiten erkennt, wie sich die Basler Bürgergemeinde als Waldbesitzerin gegen den Ausbau der Strassen im Hardwald wehren könnte. Oder, ob sie zumindest bei der Umsetzung mitreden könnte. Bereits an seiner Sitzung von heute Dienstag wird sich der Bürgergemeinderat mit dem Vorstoss befassen.

Gleichzeitig wollen Grüne und Basta wissen, wie der Bürgerrat die langfristigen Auswirkungen der Strassenausbauten auf den Hardwald beurteilt, aber auch die zu erwartenden Immissionen während der Bauzeit. «Inwieweit könnten dadurch wichtige Funktionen des Hardwaldes gefährdet sein?», fragt Niklaus. Er spricht damit Themen wie das Ökosystem im Allgemeinen, die Naherholung, die Waldwirtschaft oder die Trinkwassergewinnung an.

Gleichzeitig will das grüne Bündnis wissen, wie viel Hardwald-Fläche die Basler Bürgergemeinde dem Kanton Baselland für die Erweiterung der Rheinfelderstrasse tatsächlich abtreten müsste. Und wie viel dem Bund für den geplanten Ausbau der Autobahn A2.

Drohnenflug über den Hardwald

Gegenüber der bz hat Kantonsingenieur Sehu bereits versichert, dass von zerstörerischen Eingriffen keine Rede sein könne. Die heutige Schneise durch den Hardwald sei schon breit genug. Der Strassenraum ist durchschnittlich 21 Meter breit. Davon entfallen nur 11 Meter auf die eigentlichen Fahrspuren. Der Kanton Baselland könne demnach die Strasse verbreitern, ohne seitlich zusätzliche Flächen in Anspruch zu nehmen.

An die Hand genommen werden soll das Projekt Ende 2019, abgeschlossen werden soll die Sanierung innert eines Jahrzehnts, bis spätestens 2030. Verbindliche Kostenangaben liegen noch nicht vor.