Entlassungen

«Basler Zeitung»: Blauer Brief für 25 Mitarbeiter

BaZ am Sonntag

Unter Insidern wird mit der Einstellung der erst Anfang Jahr lancierten BaZ-Sonntagsausgabe gerechnet.

BaZ am Sonntag

Der angekündigte Sparkurs zeigt bei der «Basler Zeitung» erste Auswirkungen. Gestern erhielten 25 Mitarbeiter - offenbar aus Verlag und Inserateabteilung - die Kündigung. Insider der Medienszene meinen zudem, dass die BaZ ihre Sonntagsausgabe einstampfen muss.

Bei der «Basler Zeitung» wird der vom neuen CEO Rolf Bollmann angekündigte Sparkurs Schritt für Schritt umgesetzt: Gestern haben bei den Basler Zeitung Medien (BZM) und dem Tochterunternehmen Birkhäuser+GBC AG rund 25 Mitarbeitende den blauen Brief erhalten. Die Kündigungen betreffen offenbar den Verlag und die Inserateabteilung der BaZ sowie bei der Birkhäuser Inserateerfassung und Korrektorat – Bereiche, welche die BZM einst an die in Reinach domizilierte Druckerei ausgelagert hatte.

Bei der «Basler Zeitung» wollte man gestern Abend die jüngste Kündigungswelle nicht kommentieren. Eine telefonische und schriftliche Anfrage blieben unbeantwortet. Mehrere Quellen bestätigen unabhängig voneinander die Kündigungen. Zudem hat die bz eine Blindbewerbung eines Mitarbeitenden erhalten, der kurz zuvor vom Verlust seiner Stelle erfahren hatte. Die jüngsten Entlassungen wurden von der Konzernleitung zwar bereits angekündigt; allerdings war zunächst nicht klar, wie viele Stellen in welchen Bereichen betroffen sind.

BaZ-Sonntagsausgabe vor dem Aus

Einen Kahlschlag in der Redaktion soll es indes nicht geben. Bei seinem ersten Auftritt vor der Belegschaft soll CEO Bollmann gesagt haben, er sei von BaZ-Eigentümer Christoph Blocher aufgefordert worden, die Finger von der Redaktion zu lassen. Um zumindest einige Entlassungen bei der schreibenden Zunft wird Bollmann nicht herumkommen: Dass die BaZ ihre erst Anfang Jahr lancierte Sonntagausgabe einstampfen muss, gilt unter Insidern der Medienszene als beschlossen.

Zukunftsängste bestehen zudem beim Kleinbasler Traditionsblatt «Vogel Gryff». Laut «Telebasel» will die BaZ im Rahmen der Verschlankung ihrer Strukturen den Sana-Verlag, der den «Vogel Gryff» herausgibt, abstossen. Dies, obwohl die vierzehntäglich erscheinende Zeitung eine der wenigen BZM-Töchter ist, die Gewinn abwirft. Um dem Kauf durch einen ungeliebten Investor zuvorzukommen, will der Gewerbler und «Vogel Gryff»-Verwaltungsratspräsident Roland Vögtli nun eine halbe Million Franken auftreiben, um gemeinsam mit Partnern das Blatt zu kaufen.

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