Bundesgericht

Baslerin verliert nach 17 Jahren ihre Invalidenrente

Nach einer Neubeurteilung ihrer Verletzungen wurde einer jungen Baslerin, die nach einem Autounfall nicht mehr arbeiten konnte, die Invalidenrente gestrichen. Das Bundesgericht beurteilt diesen Entscheid als rechtmässig.

Nach einer Neubeurteilung ihrer Verletzungen wurde einer jungen Baslerin, die nach einem Autounfall nicht mehr arbeiten konnte, die Invalidenrente gestrichen. Das Bundesgericht beurteilt diesen Entscheid als rechtmässig.

Ein Autounfall einer Baslerin in den Ferien zieht eine lange Leidensgeschichte nach sich. Die Invalidenrente konnte die Frau 17 Jahre lang beziehen. Dann wurden ihre Verletzungen neu beurteilt. In der Folge wurde die Rente gestrichen.

Im Sommer 1990 geriet eine Serviceangestellte während den Ferien im damaligen Jugoslawien als Beifahrerin in einen Autounfall. Die Mittdreissigerin verletzte sich an Kopf, Rumpf und Beinen. Damit begann eine Leidensgeschichte, die nach 29 Jahren vor Basler Richtern landete und erst vor wenigen Wochen vor dem Bundesgericht mit einer Niederlage enden sollte.

Nach dem Unfall kündigte die Frau ihren Job und erhielt ab Mai 1998 eine Invalidenrente über 66 Prozent von ihrer Unfallversicherung, der Allianz Schweiz. Ein Gutachter hatte zuvor Hirnverletzungen, daraus resultierende Persönlichkeitsveränderungen und weitere Leiden diagnostiziert. Danach passierte 17 Jahre lang nichts. Bis die Versicherung im Januar 2015 eine Neubeurteilung verlangte. Auf Basis dieses Gutachtens zahlte die Allianz keine Renten mehr. Das Basler Sozialversicherungsgericht hiess eine Einsprache der Frau dagegen gut. Die Richter machten Lücken im Gutachten aus und befanden, die Ärzte hätten die Akten von 1997 neu interpretiert – anstatt eine Verbesserung des Zustands festzustellen, wie es für das Streichen der Rente nötig wäre. Die Richter irritierte ausserdem, dass zwei der eigentlich neutralen Gutachter wiederholt Vertrauensärzte privater Versicherungen waren. Zudem widersprach der behandelnde Arzt dem Gutachten.

Das Bundesgericht kippte aber die Interpretation des Basler Gerichts. Die Ärzte hätten sehr wohl eine Verbesserung bestätigt, da sie die 1997 diagnostizierten Verletzungen nicht mehr feststellen konnten. Die anderen Einwände seien nicht relevant. Die Rente zu streichen, war also rechtmässig.

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