An der Mitgliederversammlung sind die Würfel gefallen. Die Basta, bei den Nationalratswahlen Listenpartnerin der SP, gibt bei den Ständeratswahlen keine Empfehlung ab. Der Entscheid sei mit klarer Mehrheit gefallen, so Heidi Mück, Co-Präsidentin der Basta. «Unsere Mitglieder fühlen sich von Eva Herzog zu wenig vertreten, um sie zu empfehlen», erklärt sie. Keine der Kandidatinnen stehe für eine Politik der Umverteilung oder der solidarischen Steuerpolitik. Gerade in steuerpolitischen Fragen sei Herzog dem wirtschaftsliberalen Lager näher als der Basta, so Mück.

Die Basta steht mit ihrer Kritik nicht alleine da. Auch der Basler Mieterverband unterstützt Herzog nicht – wegen ihrer «fehlenden Unterstützung für Mietparteien und bei Massenkündigungen», wie Geschäftsleiter Beat Leuthardt sagt. Diese Kriterien erfüllen für den Verband derzeit andere Basta- und SP-Vertreterinnen.

Konsternation bei der SP – droht nun das Zerwürfnis?

Der Entscheid der Basta irritiert die Basler SP. «Das ist absurd», sagt Präsident Pascal Pfister. «Die Basta riskiert, dass der Ständerat nach rechts rutscht.» Die SP sei über das Vorgehen der Basta «enttäuscht». Herzog habe sich für den Ausbau von Prämienverbilligungen und Familienzulagen eingesetzt. «Massnahmen, die in Verbindung mit der Steuerdumping-Vorlage STAF als ‹Zückerchen› gebracht wurden», sagt Mück nur, «in solchen Verknüpfungen war Herzog schon immer geschickt.» Allerdings ist selbst aus dem eigenen Lager Kritik zu vernehmen. Urs Müller, Basta-Urgestein und ehemaliger Präsident, sitzt gar im Komitee von Herzog: «Ich ertrage diese Spielchen nicht», sagt er nun. «Ich will ein klares Signal aussenden. Eva Herzog und ich haben viele Sträusse ausgefochten, aber als Ständerätin ist sie eine ideale Lösung.»

Trotz der Kritik: Die Basta steht hinter ihrem Entscheid. Sie vermute, dass Herzog den Sitz so oder so holen werde, sagt Mück, «aber nicht mit unserer Begeisterung.» Dennoch befürchtet Mück, die bei den Regierungsratswahlen vor drei Jahren gemeinsam mit Herzog zum linken Fünferticket gehörte, kein Zerwürfnis zwischen den zwei Parteien.
Anders sieht es bei der SP aus. «Dieser Entscheid macht unsere künftige Zusammenarbeit sicher nicht einfacher», sagt SP-Parteipräsident Pfister und spricht von einem «Diskussionsbedarf». Herzog selbst war gestern nicht zu erreichen.