«Falls wir keine bösen Überraschungen mehr erfahren, werden wir zumindest die Brasserie im Erdgeschoss bis zur Fasnacht öffnen können», kündet Thomas Kraft vom Gebäudeeigentümer Swiss Property an.

Mit Überraschungen meint er die Bauverzögerungen, welche das Projekt bis heute immer wieder begleitet haben. Ursprünglich war die Fertigstellung des Umbaus für Oktober geplant. Nun wird man sich beeilen müssen, dass es bis zur Fasnacht reicht.

Das Ambiente erhalten

Sollte es klappen, werden die Gäste Altbekanntes vorfinden. Trotz der je fünf Millionen Franken, welche die Mieter und die Besitzer des Gebäudes in die Totalrenovation des Gebäudes gesteckt haben, wird sich im Vergleich zum alten «Braunen Mutz» nicht viel ändern.

Auf die Vorhaben der Mieter wurde bei der Ausschreibung ein besonderes Augenmerk gelegt. «Wir wollten eine zeitgenössische Interpretation des Brasserie-Gedankens», so Kraft.

Das frühere Ambiente wollte er unbedingt erhalten: «Als Zürcher gestehe ich, einen gewissen Neid für diese schönste Schweizer Brasserie zu empfinden.»

Trotz hohem Mietzins und präziser Vorstellung von der Nutzung wurden die Gebäudeeigentümer fündig – aber nicht in der Region. Doch die Zürcher Mieter (Candrian AG) lassen keine Zweifel aufkommen, dass sie die Basler Bedürfnisse befriedigen wollen. «Beim ‹Braunen Mutz› sind viele Emotionen im Spiel. Dies ist natürlich einerseits ein Herausforderung und andererseits eine Verantwortung», sagt Thomas Keller von der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat von Candrian.

Die Verantwortung ortet die Catering-Gesellschaft denn auch in der Wahrung des Bewährten. Will heissen: urchige Atmosphäre, gutbürgerliche Küche und ein «Fokus auf das Bier», wie Keller betont. Holztische und -stühle sowie (neu) ein Parkettboden werden zu einem noch gemütlicheren Ambiente beitragen, derweil beim Essen und Trinken vor allem der regionale Bezug herausgestrichen wird.

Von fünf Schweizer Bieren im Offenausschank wird man ein baselstädtisches und eines aus Baselland anbieten – die Verhandlungen mit den Brauereien dauern noch an. Die Ressourcen für ein Gesamtangebot an Basler Bier sind aber angesichts der kleinen Bierbrauereien nicht gegeben.

Auf der Weinkarte sollen ebenfalls vornehmlich Schweizer Tropfen zu finden sein. Grösste architektonische Neuerung ist ein Barbereich in der ehemaligen «Mutzen»-Stube. Mit dieser Bar soll vermehrt auch die jüngere Kundschaft in den «Mutz» gelockt werden – ohne aber die Grundsätze über den Haufen zu werfen. Auch in der Bar sollen nämlich in erster Linie Schweizer Biersorten ausgeschenkt werden.

Während die Mieter laut Keller darauf hoffen, rund eine Woche vor der Fasnacht zu öffnen («Ganz ohne Vorlaufzeit geht es nicht»), werden Reservationen für das Restaurant im ersten Stock sicherheitshalber noch nicht entgegengenommen.